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Der homo clausus in Mitteleuropa. Schmutz und Berührungstabus bei den Deutschen und ihren Nachbarn
Author(s) -
Dmitri Zakharine
Publication year - 2008
Publication title -
figurationen
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 2194-363X
pISSN - 1439-4367
DOI - 10.7788/figurationen.2008.9.2.35
Subject(s) - download , humanities , art , political science , world wide web , computer science
E inige Thesen des vorliegenden Aufsatzes beruhen auf der Grundannahme, dass Vorstellungen von Schmutz, Ansteckung und Laster in vielerlei Hinsicht analog sind. 1 Diese Analogie ergibt sich aus der Wechselbeziehung zwischen dem biologischen Reinigungsreflex und kulturell bedingten Normalitätsvorstellungen, die durch das, was man als Schmutz bezeichnet, destabilisiert werden und demnach repariert werden müssen. Der Schmutz fullt Grauzonen zwischen der Welt der Lebewesen und der unbelebten Natur. Er überformt anthropologisch, historisch und sozial konstruierte Unterschiede zwischen Menschen und Tieren, Einheimischen und Fremden, Reichen und Armen, Männern und Frauen. Jeden Tag trifft man Vorkehrungen, damit man nicht mit verschmutzten Gegenständen oder unsauberen Mitmenschen in Berührung kommt. Und jeden Tag erftillt man Reinigungsvorschriften, um den bereits angesammelten Schmutz vom Körper bzw. aus der Gesellschaft zu entsorgen.

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