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Leistungen des Collegium Carolinum für die sudetendeutsche Geschichtsschreibung seit 1945
Author(s) -
Heribert Sturm
Publication year - 1977
Publication title -
der donauraum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 2307-289X
pISSN - 0012-5415
DOI - 10.7767/dnrm.1977.22.2.92
Subject(s) - download , humanities , art , world wide web , computer science
Vor nunmehr zwanzig Jahren hat das Collegium Carolinum seine Tätigkeit aufgenommen. Dies mag den äußeren und mehr oder weniger zufälligen Anlaß zu einer Rückschau geben, allerdings nicht im Hinblick darauf, wie sich dieses Institut inzwischen entwickelt und gegenüber anderen Einrichtungen der sudetenländischen Traditionspflege profiliert hat, sondern vielmehr in der Absicht, es in seinem Wirken vorzustellen und dabei in einigen wesentlichen Grundzügen aufzuzeigen, was unter den seit 1945 tiefeinschneidenden Veränderungen in Fortsetzung und teilweise auch in Fortführung überkommener wissenschaftlicher Vorhaben geleistet werden konnte. Immerhin aber sollte wenigstens in einer kurzen Erinnerung auf die Ausgangssituation eingegangen werden, die damals in der Tat außergewöhnlich schwierig war. Bei den nach 1945 jäh abgerissenen Fäden jedweder Überlieferung historischer und landeskundlicher Forschung galt es zunächst, neue Ansätze erst wieder aufzuspüren, dabei aber noch vorrangiger zu versuchen, die durch die Ausweisung aus der alten Heimat weithin verstreuten Persönlichkeiten im einzelnen zusammenzuführen, um zu überlegen, was überhaupt getan werden konnte. Dabei ergab sich, daß für eine Konzentration zu gemeinschaftlicher Leistung, anders als etwa bei den gleichartigen Bemühungen für Schlesien, Pommern oder Ostund Westpreußen, wo den in ihrer Heimat erwachsenen beachtlichen wissenschaftlichen Leistungen allenfalls nur ein neuer tätiger Mittelpunkt zu geben war, während die Sudetendeutschen — weil deren Siedlungsgebiet entsprechend der großen räumlichen Aufgliederung und der daraus sich ergebenden Vielfalt kultureller Zentren — die Voraussetzung zu solcher organisatorischer Einheit nicht hatten, mehrere Möglichkeiten offen standen, sich zu gemeinsamem Vorhaben zusammenzufinden. Erster Sammelpunkt war die Sudetendeutsche Hilfsstelle in München, von der die Gründung des Adalbert Stifter-Vereins ausging. Schon im Jänner 1947 trafen sich erstmals Wissenschaftler verschiedener Forschungsbereiche zur Beratung von Möglichkeiten einer Fortsetzung der vordem auch in Beziehung zu den Universitäten bestandenen Einrichtungen, Plänen und Unternehmungen. Vor diesem Hintergrund konstituierte sich damals in loser Form und als eine wissenschaftliche Abteilung des Adalbert Stifter-Vereins ein Traditionsverband der sudetendeutschen Hochschulen, der sich in verantwortungsbewußter Beziehung zu Kaiser Karl IV. und

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