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Ein Leben für die Musikpsychologie: Nachruf Prof. Dr. Maria Manturzewska (1930 – 2020)
Author(s) -
Heiner Gembris
Publication year - 2021
Publication title -
jahrbuch der deutschen gesellschaft für musikpsychologie/jahrbuch musikpsychologie
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 2569-5665
pISSN - 2511-8277
DOI - 10.5964/jbdgm.85
Subject(s) - humanities , art
Dieser Beitrag wurdigt die Lebensleistung der polnischen Musikpsychologin Prof. Dr. Maria Manturzewska (1930 – 2020) fur die polnische und internationale Musikpsychologie. Sie grundete und leitete bereits 1956 die erste Arbeitsgruppe fur musikpsychologische Forschung am Padagogischen Zentrum der Kunst- und Musikschulen des Kultusministeriums in Warschau und veranstaltete die erste musikpsychologische Konferenz in Polen. In den folgenden Jahren importierte sie alle verfugbaren standardisierten Musiktests der damaligen Zeit sowie Intelligenz- und Personlichkeitstests, die in einem Netzwerk von Psychologen ubersetzt, restandardisiert und normiert wurden. Dieses Instrumentarium wurde sowohl zur Erforschung musikalischer Begabung und Entwicklung eingesetzt als auch in der psychologischen Beratung im Rahmen der Begabungsforderung. Mit ihren wegweisenden Forschungen zur biographischen Entwicklung von professionellen Musiker*innen in den 1970er Jahren hat sie der Etablierung der Lebenszeitperspektive musikalischer Entwicklung entscheidende Impulse gegeben. Mit der Grundung des Instituts fur Forschung in der Musikpadagogik 1974 an der Chopin Musik Akademie Warschau hat sie einen bedeutenden Meilenstein fur die Institutionalisierung der Musikpsychologie erreichen konnen. 1985 erhielt sie dort den ersten Lehrstuhl fur Musikpsychologie in Polen, den sie bis zu ihrer Pensionierung im Jahr 2000 innehatte. Neben ihren wegweisenden Forschungen zur musikalischen Begabung und zur lebenszeitlichen musikalischen Entwicklung hat Maria Manturzewska sich um die Entwicklung, Etablierung und Institutionalisierung der Musikpsychologie verdient gemacht. Unter ihrer Fuhrung wurde die polnische Musikpsychologie in den Nachkriegsjahren aufgebaut, uber Jahrzehnte weiterentwickelt und zu einer bemerkenswerten Blute und internationalen Wertschatzung gebracht, die eng mit ihrer Person verbunden ist. Das Lebenswerk Maria Manturzewskas wird fur die wissenschaftliche Gemeinschaft auch in Zukunft eine Quelle wissenschaftlicher Erkenntnis und Inspiration sein.

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