“Just the two of us“: Der Einfluss des Blickkontakts zwischen einem Pianisten und seinem Medienpublikum auf die Soziale Präsenz und das Unterhaltungserleben einer audiovisuellen Klavierperformance
Author(s) -
Elisa Gillner,
Miriam Charlotte Hassler,
Priska Breves,
Holger Schramm
Publication year - 2022
Publication title -
jahrbuch der deutschen gesellschaft für musikpsychologie/jahrbuch musikpsychologie
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 2569-5665
pISSN - 2511-8277
DOI - 10.5964/jbdgm.103
Subject(s) - physics , political science , gynecology , humanities , philosophy , medicine
Das Unterhaltungserleben von audiovisuellen Musikperformances kann durch das soziale Präsenzerleben, d. h. das Gefühl, mit jemand anderem zusammen zu sein, verstärkt werden. Soziale Präsenz wird in einigen Ausarbeitungen als multidimensionales Konstrukt beschrieben, in denen als Dimensionen u.a. empfundene wechselseitige Wahrnehmung (WW; d. h. das Gefühl einer beidseitig wahrgenommen Co-Präsenz mit dem vermittelten anderen) sowie empfundene Empathie (E; d. h. Rezipierende empfinden eine gegenseitige Beeinflussung der Stimmungslage) angeführt werden. Blickkontakt als nonverbaler Hinweisreiz kann zu einer Steigerung der sozialen Präsenz führen. Es kann zudem davon ausgegangen werden, dass ein höheres Level an E sowie WW sich auf die wahrgenommene soziale Reichhaltigkeit (SR) einer Musikperformance auswirkt und zusammen mit der SR das Unterhaltungserleben der Musikperformance positiv beeinflusst. Das Ziel der vorliegenden Studie ist, zu untersuchen, ob der Blickkontakt im Rahmen einer audiovisuellen Musikperformance die soziale Präsenz (E und WW) sowie die SR erhöhen kann und dadurch das Unterhaltungserleben an der Performance gesteigert werden kann. Für diesen Zweck wurde ein 1 x 2 between-subjects Online-Experiment (N = 114) durchgeführt. Die unabhängige Variable Blickkontakt variierte darin, ob der Musiker während der Performance zeitweise in die Kamera schaute oder seinen Blick die ganze Zeit auf den Klaviertasten behielt. Die Ergebnisse der Mediationsanalyse zeigen, dass der Blickkontakt das Level an Unterhaltungserleben erhöhen kann und dass der Effekt durch die drei Mediatoren (WW, E und SR) vollständig mediiert wird. Das Modell konnte 67 % der Varianz des Unterhaltungserlebens der Teilnehmer:innen erklären. Der positive Einfluss sozialpsychologischer Prozesse auf die Entstehung von Unterhaltungserleben von audiovisuellen Musikperformances konnte sowohl untermauert als auch weiter differenziert werden.
Accelerating Research
Robert Robinson Avenue,
Oxford Science Park, Oxford
OX4 4GP, United Kingdom
Address
John Eccles HouseRobert Robinson Avenue,
Oxford Science Park, Oxford
OX4 4GP, United Kingdom