Weg von der Agenturtheorie? Aber was dann?
Author(s) -
Peter Walgenbach
Publication year - 2011
Publication title -
die unternehmung
Language(s) - German
Resource type - Journals
ISSN - 0042-059X
DOI - 10.5771/0042-059x-2011-4-312
Subject(s) - philosophy , political science
Die Agenturtheorie stellt mit einem Kunstgriff – so Egon Franck (2011) – die Interessen der Aktionäre an die oberste Stelle (Jensen/Meckling 1976; Fama/Jensen 1983 a, 1983 b) und erstickt so die Diskussion um die Frage, wem das Residuum zusteht, bzw. postuliert wie selbstverständlich, dass es auf diese Frage nur eine Antwort geben kann: „Die Aktionäre sind die Prinzipale!“ Danach geht es in der Agenturtheorie nur noch darum, wie die Aktionäre ihre Interessen sichern und durchsetzen können. Da gemäss der Agenturtheorie die Aktionäre die einzigen Halter von Residualansprüchen sind, können nur sie zu Opfern eines schlechten bzw. eigennützigen Managements oder eines schwachen Managements und einer mächtigen und dreisten Arbeitnehmerschaft werden. Dementsprechend müssen den Aktionären wirksame Möglichkeiten des Durchgriffs in die Steuerung der Unternehmung eingeräumt werden. Deshalb ist es innerhalb dieses theoretischen Bezugsrahmens nur konsequent, primär Instrumente zu diskutieren, die der Sicherung der Interessen der Prinzipale, d. h. der Aktionäre, dienen. Gemäss der Agenturtheorie entwickeln und nutzen Prinzipale verschiedene Instrumente, um ihre Interessen durchzusetzen. Sie verwenden Anreizsysteme (z. B. Aktienoptionen für das Topmanagement und für die Mitglieder des Boards (Verwaltungsbzw. Aufsichtsrat; s. Hambrick/Jackson 2000)). Sie gestalten Strukturen (z. B. durch die Besetzung des
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