Hemiballismus unter Cinnarizin
Author(s) -
Noëmi Roos,
Stefan Weiler
Publication year - 2018
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2018.03198
Subject(s) - psychology
Der 90-jährige Patient mit langjährigem Schwindel und einem lumbospondylogenen Schmerzsyndrom nahm zusätzlich zu Arlevert® (Cinnarizin/Dimenhydrinat) täglich eine Kapsel Cinnageron® (75 mg Cinnarizin) und bei Schmerzen 50 mg Palexia® (Tapentadol) ein. Arlevert® und Cinnageron®, beides Präparate mit demselben Inhaltsstoff Cinnarizin, wurden zur Behandlung der Schwindelzustände angewendet. Nachdem die Tagesdosis von Cinnageron® verdoppelt wurde, entwickelte der Patient einen plötzlichen Kontrollverlust der linken Extremitäten mit unkoordinierten, ausfallenden Bewegungen sowie Sprechschwierigkeiten. Die Bewegungen waren so ausgeprägt, dass sich der Patient am linken Arm und Bein wiederholt prellte und sich Schürfungen sowie Hämatome zuzog. Der Patient wurde aufgrund des linksseitigen Hemiballismus mit Selbstverletzungsgefahr hospitalisiert. Medikamente bei Eintritt sind in Tabelle 1 aufgeführt. Eine Hirnblutung oder zerebrale Ischämie konnten radio logisch ausgeschlossen werden. Cinnageron® und Ar levert® sowie Palexia® wurden abgesetzt. Es erfolgte eine probatorische Therapie mit 5 mg Akineton® (Biperiden), was die Beschwerden nur sehr gering verbesserte. Am darauf folgenden Tag waren die choreatischen Bewegungen verschwunden. Weitere Komorbiditäten bestanden in einer generalisierten Arteriosklerose und arteriellen Hypertonie. Der Kreatininwert war bei Eintritt erhöht (120 μmol/l, eGFR 40 ml/min/1,73m2 nach BIS1).
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