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Rauchstopp-Behandlung bei COPD-Patienten
Author(s) -
Macé M. Schuurmans,
Marc Müller,
Jürg Pfisterer,
Carole Clair,
Werner Karrer
Publication year - 2015
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2015.02482
Subject(s) - copd , medicine
Der Rauchstopp ist die effizienteste und einzige Inter vention, welche die Progression der chronischen ob struktiven Lungenerkrankung (COPD), gemessen am Lungenfunktionsabfall, aufhalten kann. Zudem erhöht er die Überlebensrate und die Lebensqualität. Deshalb sollte der Rauchstopp die höchste Priorität in der Be handlung der COPD einnehmen [1, 2]. Bei Rauchenden mit COPD sollte mindestens einmal jährlich eine Rauch stoppKurzintervention (Ansprechen des Themas, Bezug zur Erkrankung, Vorteile des Rauchstopps, Behand lungsangebot) durchgeführt werden, und zwar auch dann, wenn die Motivationslage gering erscheint. Bei Wunsch nach Rauchstopp sind wiederholte Beratun gen in Kombination mit medikamentöser Unterstüt zung indiziert. Dabei kommen über zwei bis drei Monate Nikotinersatzpräparate (in der Regel zwei Darreichungs formen kombiniert), Bupropion oder Vareniclin zur An wendung. Diese Empfehlung basiert auf der Tatsache, dass rauchende COPDPatienten durchschnittlich eine höhere Nikotinabhängigkeit aufweisen als ExRau chende mit COPD oder andere Rauchende ohne Lun generkrankungen und die genannten Medikamente erwiesenermassen auch bei den rauchenden COPD Patienten wirksam sind [2]. Die Mehrheit der Rauchenden möchte mit dem Rau chen aufhören [2, 3]. Rauchende erwarten, dass man sie von ärztlicher Seite auf das Thema anspricht, dass man ihnen einen Rauchstopp emp fiehlt und Hilfestellung zum Aufhören anbietet [3]. Dabei ist es sinnvoll, die positiven Auswirkungen des Rauchstopps auf die pul monalen Symptome zu erörtern (siehe «Informations blatt für Rauchende», im Anhang an die Onlineversion des Arti kels unter www.medicalforum.ch einsehbar). Bei der Ärzteschaft ist bekannt, dass die Erfolgschance von spontanen Rauchstoppversuchen sehr gering ist (3–5% Einjahresabstinenz). Wiederholte Beratungen verdoppeln die Chancen, und die zusätzliche Gabe von Medikamenten während mindestens zwei bis drei Monaten führt zu den höchsten langfristigen Abstinenz raten (27–33% Einjahresabstinenz) [4]. Bei Rauchenden besteht jedoch oftmals die Meinung, dass der Rauch stopp eine reine «Willenssache» sei und daher die rau chende Person den Rauchstopp ganz alleine beschlies sen und umsetzen müsse [5]. Obwohl die Eigenleistung beim Rauchstopp einen grossen Stellenwert einnimmt, ist der Rauchstopp mittels professioneller Beratung und medikamentöser Unterstützung mit deutlich hö heren Erfolgsraten assoziiert als spontane Rauchstopp versuche [1, 2]. Die Aufklärung über die Erfolgschancen diverser Entwöhnungsstrategien gehört daher ebenso zur ärztlichen Aufgabe wie das Verschreiben eines un terstützenden Medikamentes oder die Vermittlung von professioneller Hilfe für die wiederholte Rauch stoppberatung (Tab. 1). Beim Ansprechen des Themas («Ist Rauchstopp für Sie ein Thema?»; «Haben Sie schon einmal mit dem Rauchen aufgehört?») ist es wesent licher, eine empathische ArztPatientenBeziehung aufzubauen, als sich auf rein medizinische Argumente zu versteifen [5, 6]. Motivierende Gesprächsführung ist eine geeignete Methode, diese Patienten auf dem Weg zum Rauchstopp zu begleiten.

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