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Erythroferron: schon wieder ein neues Hormon!
Author(s) -
Ferdinand Martius,
Reto Krapf
Publication year - 2014
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2014.02119
Subject(s) - psychology
Nach einem Blutverlust ist zur Regeneration eine reaktiv gesteigerte Erythropoiese (sichtbar an der Retikulozyto se) nötig. Dies kann nur geschehen, wenn die Erythro poiese auf eine verbesserte Verfügbarkeit von Eisen «zählen» kann. Wie sind Erythropoiese und vermehrtes Eisen angebot nach einer Blutungsanämie gekoppelt? Eine Blutungsanämie führt via Gewebehypoxie zu einer Steigerung der renalen Erythropoietinsekretion und so zu einer verstärkten Erythropoiese. Dazu ist im Hin blick auf die erhöhte Eisenverfügbarkeit nötig, dass das in der Leber synthetisierte Hepcidin unterdrückt wird. Hepcidin ist der zentrale Eisenregulator des mensch lichen Körpers und wird konstitutiv sezerniert, wodurch normalerweise sowohl die Eisenresorption aus dem Darm als auch die Eisenfreisetzung aus Makrophagen gehemmt werden. Hepcidin ist also ein Regulations mechanismus gegen die Eisenüberlastung (seine Pro duktion wird Eisenabhängig gesteigert) und wirkt so wohl in Makrophagen als auch in den Enterozyten des Duodenums auf gleiche Art. Es bremst den Eisenaus tritt aus diesen Zellen ins Blut, der durch den Transpor ter Ferroportin vermittelt wird. Hepcidin bewirkt eine Internalisierung und damit den Abbau des Ferroportins (Abb. 1A und B ). Mutationen im Hepicidin und Fer roportinGen sind (seltenere) Ursachen von Hämochro matosen, wodurch die zentrale Rolle dieser Moleküle untermauert wird. Hepicidin wird – wie vielleicht be kannt – andererseits auch durch Entzündungssignale (etwa Interleukin6 und Lipopolysaccharide) stimuliert, wodurch die entzündungsbedingte Eisensequestrierung und die Anämie bei chronischen Erkrankungen (mit) erklärt wird. Bei Blutungsanämie wird das Hepcidin wie erwähnt supprimiert, wodurch die Eisenresorption und Eisen freisetzung gesteigert und die Koppelung von Erythro poiese und Eisenstoffwechsel bewerkstelligt werden. Die Natur dieses Koppelungssignals war aber unbe kannt, man sprach vage von einem «erythropoetischen Signal», das zur HepcidinSuppression führen würde. Jetzt hat die Forschergruppe um Tomas Ganz, welche schon das Hepcidin entdeckt hatte, dieses «erythro poetische Signal» charakterisiert und ihm den vorläufi gen Namen «Erythroferron» gegeben [1]. Ein Aderlass resp. eine Gabe synthetischen Erythropoietins führen (bei Mäusen) zu einer Stimulation der Erythroferron synthese. Das Gen des Erythroferrons wird interessan terweise in einer Reihe von Geweben exprimiert, aber nur im blutbildenden Knochenmark ist die Expression durch Erythropoietin stimulierbar. Weiter konnte ge zeigt werden, dass die Stimulierung der Erythroferron synthese eine Conditio sine qua non zur Suppression des hepatischen Hepcidins und damit der Erhöhung

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