Gynäkologie und Geburtshilfe: Sectio caesarea: Machen wir zu viele?
Author(s) -
Daniel Surbek
Publication year - 2014
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2014.02108
Subject(s) - medicine , gynecology
Nein, nicht die Appendektomie. Nein, auch nicht die Tonsillektomie oder die Cholezystektomie. Es ist die Sectio! Der Kaiserschnitt zählt zu den häufigsten Eingriffen in der Medizin und ist zu einer «Routine-Operation» mit sehr geringer Morbidität und Mortalität geworden. Er zählt zu den zentralen Errungenschaften der modernen Geburtsmedizin. Bei medizinischen Indikationen wie Lageanomalien, Placenta praevia, KopfBecken-Missverhältnis oder Notfällen wie Blutungen oder Nabelschnurvorfall ist er eine unverzichtbare Massnahme zur Verbesserung des perinatalen Outcome von Mutter und Kind. Die Häufigkeit der Sectio-Entbindung ist in den letzten 20 Jahren weltweit deutlich angestiegen, was vielfältige Ursachen hat [1]. Die höchsten Sectio-Raten weltweit finden sich in China, Vietnam und Brasilien, die tiefsten in afrikanischen Ländern [2]. In Europa führen die Türkei und Italien die Statistik an, während die skandinavischen Länder und insbesondere die Niederlande die tiefsten Raten verzeichnen. Es bestehen Unterschiede zwischen Ländern, aber auch zwischen verschiedenen Regionen, insbesondere im Sinne eines Stadt-Land-Gefälles. Die Sectio-Häufigkeit wird wesentlich beeinflusst durch den Bildungsgrad und den sozioökonomischen Status der Frau. Auch in der Schweiz zeigt sich der Anstieg. In der Schweiz lag die Rate der Kaiserschnittgeburten im Jahr 2010 bei 32,6%, während sie im Jahr 1998 noch 22,7% betrug (Abb. 1 ). Nach einem kontinuierlichen Anstieg bleibt die Rate seit 2008 auf etwa gleichem, hohem Niveau. Rund ein Drittel aller Kinder in der Schweiz werden demnach per Kaiserschnitt geboren.
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