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Gesundheitsförderung im Alter
Author(s) -
Cláudia Samuel Kessler,
Reto Krapf
Publication year - 2014
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2014.02096
Subject(s) - computer science
Der sogenannte Altersquotient der Schweizer Bevölke rung steigt seit Beginn des letzten Jahrhunderts konti nuierlich. Auf 100 Personen zwischen 20 und 64 Jahre entfallen heute in der Schweiz 28 Personen im Alter von 65 und mehr. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren es noch 11 Personen [1]. Wir alle kennen die Prognosen zur demographischen Entwicklung und müssen anneh men, dass dieser Trend weitergeht und sich noch ver stärken wird. Deshalb aber vor einer «demographischen Lawine» zu warnen käme einerseits einer Stigmatisierung der älte ren Menschen gleich und würde andererseits die ein maligen Chancen verkennen, die diese «geschenkten» Lebensjahre für einzelne Mitbürger, aber auch für die Gesellschaft mit sich bringen können. Hier liegt die Be tonung auf können, denn ein Geschenk sind diese ge wonnenen Lebensjahre für die betroffene Person, ihre Angehörigen und die Gesellschaft nur dann, wenn sie in Autonomie und mit einer hohen Lebensqualität – die jede Person für sich selbst zu definieren hat – gelebt und erlebt werden können. Genau darum geht es bei der Gesundheitsförderung im Alter. Ziel ist nicht, dass wir alle zukünftig noch zehn Jahre älter werden sollen. Ziel ist, möglichst vielen älte ren Menschen ein Altern in Gesundheit und Würde zu ermöglichen. Für die Förderung der Gesundheit ist es nie zu spät – unzählige Studien zeigen: Auch in fort geschrittenem Alter sind Verhaltensänderungen hin zu einem gesünderen Lebensstil noch möglich und wirksam. In einer Serie von sechs Fachartikeln werden renom mierte Autorenteams Themen aus ihrem Fachgebiet zur Gesundheitsförderung im Alter aufnehmen. Sie werden in dieser und den folgenden Ausgaben des Swiss Medical Forum aufzeigen, dass es in der Grundversorgerpraxis bei der Gesundheitsförderung im Alter nicht um ab strakte Konzepte geht, sondern um ärztliche Dienstleis tungen, die – im Interesse der älteren PatientInnen – oft einfach in die Regelversorgung eingebaut werden können. Kennen Sie zum Beispiel die aktuellen Bewegungs empfehlungen für Ihren 70jährigen Patienten? Und – schwieriger – wie würden Sie einen älteren «Bewe gungsmuffel» zu mehr Bewegung animieren? Antworten auf diese und andere Fragen finden Sie im Artikel von Christophe Büla et al. Stürze im Alter führen häufig zu Knochenbrüchen mit erhöhter Folgemorbidität und Mortalität, Verlust der Autonomie sowie sozialer Isolation. Das muss nicht sein. Grundversorger können eine Schlüsselrolle darin spielen, Stürze und ihre Folgen zu minimieren. Voraus setzung dafür ist, die wichtigsten Sturzrisiken zu er kennen und entsprechend darauf reagieren zu können. Was das aktuell bedeutet, erfahren Sie im Artikel von Thomas Münzer et al. Sucht und Einsamkeit im Alter sind zwei häufige, oft ver knüpfte Probleme im Alter. Je früher das Umfeld Signale erkennt und darauf reagiert, desto eher gelingt es, Leiden zu mindern und Folgeschäden vorzubeugen. Dass gerade die Grundversorger dabei eine wichtige Rolle spielen können, zeigen die Artikel von Albert Wettstein et al. und Bernadette Ruhwinkel et al. Und schliesslich das Thema Ernährung. Es ist bestens bekannt, dass eine gesunde Ernährung im Alter (und nicht nur dann!) grossen gesundheitlichen Nutzen mit sich bringt; dass jedoch Mangelernährung im Alter auch in einem reichen Land wie der Schweiz weit verbreitet ist, weniger. Reinhard Imoberdorf und sein Team gehen der Frage nach, wie man Mangelernährung erkennt und erfolgreich behandeln kann. Eng mit den Themen Sturzprävention und Ernährung verknüpft ist auch das Thema VitaminDSubstitution im Alter – hochumstritten und heiss debattiert, nicht erst seit der Publikation im Lancet Anfang 2014 [2]. Sind danach die Empfehlungen des Bundesamts für Ge sundheit überholt? Lesen Sie den Artikel von Heike Bi schoffFerrari et al., um auf dem letzten Stand zu sein. Alle sechs Fachartikel wurden von den AutorInnen im Rahmen einer Partnerschaft des interkantonalen Pro jekts Via – Best Practice Gesundheitsförderung im Alter [3] und der Schweize rischen Fachgesellschaft für Geriatrie verfasst. Via ist ein Projekt von Gesundheitsförde rung Schweiz in Zusammenarbeit mit akutell zehn Partnerkantonen. Die FMH und das Kollegium für Haus arztmedizin unterstützen die Initiative.

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