z-logo
open-access-imgOpen Access
Verschluss von Vorhofohren: nützliche Alternative zur oralen Antikoagulation?
Author(s) -
Peter Ammann,
Roman Brenner,
David Altmann
Publication year - 2013
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2013.01742
Subject(s) - medicine
Vorhofflimmern ist die häufigste Rhythmusstörung des Menschen. Die Inzidenz von Vorhofflimmern steigt exponentiell an, beträgt bei 50-Jährigen knapp über 5% und bei 80bis 90-Jährigen an die 35% [1]. Unbehandeltes Vorhofflimmern ist einer der Hauptrisikofaktoren für die Entstehung ischämischer cerebrovaskulärer Insulte. Das jährliche Risiko für einen cerebrovaskulären Insult bei Vorhofflimmern beträgt im Durchschnitt durch alle Risikogruppen 5%. Die «Stroke Prevention in Nonrheumatic Atrial Fibrillation»-Daten zeigen, dass etwa 15% aller Patienten mit Vorhofflimmern in der Bildgebung des Hirns stumme Infarkte aufweisen [2]. Schon seit Beginn des letzten Jahrhunderts ist die Entstehung von Thromben im linken Vorhof, vor allem bei schweren Mitralstenosenerkrankungen, bekannt. Erst mit der Entwicklung der transösophagealen Echo kardiographie Anfang der 80er Jahre erkannte man die Bedeu tung des linken Vorhofohrs als eine der Hauptursachen kardialer Emboliequellen beim Vorhofflimmern und fehlender struktureller Herzerkrankung (Abb. 1 ). Trotz der Tatsache, dass das linke Vorhofohr beim Vorhofflimmern mit etwa 90% aller Fälle cerebrovaskulärer Insulte die Hauptemboliequelle ist, gibt es auch unbestrittenermassen andere kardiale (z.B. Herzwandaneurysmata, Klappenvitien) und nichtkardiale (z.B. vaskuläre Plaques) Emboliequellen als Ursache für Insulte. Es ist somit selbstredend, dass ein Verschluss des linken Vorhof ohrs, mit welcher technischen Methode auch immer durchgeführt, die Inzidenz von kardioembolischen cerebrovaskulären Ereignissen zwar deutlich reduzieren, jedoch ebenso wie die orale Antikoagulation niemals komplett verhindern kann. Wie immer in der Medizin ist somit ein kritisches Abwägen des NutzenRisiko-Verhältnisses essentiell, um sich entweder für die etablierte orale Antikoagulation oder den neueren Verschluss des linken Vorhofohrs ohne Antikoagulation zu entscheiden und um damit sowohl ischämische als auch therapeutisch bedingte hämorrhagische Insulte bei Patienten mit Vorhofflimmern zu reduzieren.

The content you want is available to Zendy users.

Already have an account? Click here to sign in.
Having issues? You can contact us here
Accelerating Research

Address

John Eccles House
Robert Robinson Avenue,
Oxford Science Park, Oxford
OX4 4GP, United Kingdom