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Die Embolisation der Prostataarterien zur Behandlung der benignen Prostatahyperplasie
Author(s) -
Thomas Pfammatter,
Gilbert Puippe
Publication year - 2013
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2013.01619
Subject(s) - medicine
Über die Behandlung der Makrohämaturie mittels transarterieller Embolisation von Harnblasenund Prostataarterien – beim Versagen konservativer Massnahmen – wurde erstmals 1979 berichtet [1]. Der seither erfolgte technologische Fortschritt in der Bildgebung (digitale Subtraktion, Flachdetektoren-CT), bei den Kathetern (hydrophile Mikrokatheter) und den Embolisaten (normierte, kleinere Partikel) hat den perkutanen, transfemoralen, selektiven Verschluss der Prostataoder Harnblasenarterien für die Mehrheit der Patienten möglich gemacht. Dadurch konnten die ischämischen Komplikationen und die Raten der Blutungsrezidive gesenkt werden. So wird in aktuellen klinischen Serien die Embolisation zur Behandlung bedrohlicher, refraktärer Blutungen bei Harnblasenoder Prostatakarzinomen, bei Strahlenoder Cyclophosphamid-induzierter Zystitis oder nach transurethraler Prostataresektion als Therapie erster Wahl propagiert, da sie die invasiveren, operativen Alternativen meist unnötig macht und auch bei sonst inoperablen Patienten erfolgreich sein kann [2]. Im Jahr 2000 wurde erstmals publiziert, dass die Prostataarterienembolisation (PE) bei einem Patienten mit einer benignen Prostatahyperplasie (BPH) und erfolgloser Behandlung der transfusionsbedürftigen Hämaturie durch interstitielle Lasertherapie und Radiotherapie nicht nur zur Sistierung der Hämaturie, sondern erstaunlicherweise auch zur anhaltenden Verbesserung der Miktionsbeschwerden führte [3]. Dieser neue, minimalinvasive Therapieansatz zur Behandlung einer weitverbreiteten, benignen Erkrankung hat die PE in den Fokus der interventionellen Radiologen gerückt. Die PE ist der Embolisation der Aa. uterinae zur Therapie symptomatischer Uterusmyome nicht unähnlich. Zuerst wurde am porcinen Modell demonstriert, dass die bilaterale Embolisation der Prostataarterien, die aus der inferioren A. vesicalis abgehen, mit 500–700 μm grossen Partikeln zu einer signifikanten Schrumpfung der Pro sta ta führte (durch Fibrosierung und glanduläre Atrophie). Die Sexualfunktion der Schweine veränderte sich nicht. An benachbarten Organen wie Harnblase, Ureteren oder Rektum konnten drei Monate nach dem Eingriff histologisch keine Embolisationseffekte festgestellt werden [4]. Im Frühjahr 2013 wurden nun die ersten prospektiven klinischen Patientenserien zur PE bei BPH mit einem Follow-up bis zu vier Jahren publiziert [5, 6].

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