Unübliche Präsentation einer Leberzyste
Author(s) -
Christian Kositz,
Manuela Brunner,
Eva Markert,
Othmar Kehl
Publication year - 2013
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2013.01465
Subject(s) - political science
Der 46-jährige Patient wies sich selbst wegen stärkster krampfartiger Oberbauchschmerzen zu. Anamnestisch gab es keine Hinweise auf abdominelle Traumen oder Operationen in der Vorgeschichte. Ein ähnliches Schmerzereignis fand vor einem Jahr ohne Arztkonsultation statt. Bei der Abklärung stellte sich CT-radiologisch eine ca. 9,5 x 9,5 x 11,5 cm grosse, teilweise verkalkte, zystische Läsion median im Unterbauch dar. Eine differentialdiagnostisch in Betracht kommende Echinokokkuszyste konnte aufgrund der negativen Serologie nicht bestätigt werden. Ansonsten fanden sich laborchemisch keine Auffälligkeiten. Aufgrund der Regredienz der Beschwerden wurde der Patient noch am selben Tag nach Hause entlassen. Zur Abklärung des weiteren Prozederes stellte sich der Patient in der Sprechstunde im Spital Heiden vor. In der durchgeführten Sonographie des Abdomens zeigte sich neben Nierenzysten beidseits die schon im CT beschriebene Zyste als 9 x 10 x 11 cm grosse Raumforderung hinter der Harnblase (Abb. 1 x). Nach Absprache mit dem Patienten wurde die operative Entfernung der kompletten Zyste durch eine untere mediane Laparotomie geplant. Der Operationssitus stellte eine mit Dünndarmschlingen adhärente, gestielte Zyste dar. Der gestielte Zystenfortsatz konnte bis zum linken Leberlappensegment III zurückverfolgt werden. Die Zyste wurde samt Stiel und einem Teil des Leberlappensegments in toto reseziert. Die Histologie der eingesandten Proben ergab eine hochgradig regressiv veränderte biliäre Zyste ohne Hinweis auf Malignität. Das Zystenpunktat war steril. Der Patient blieb seither beschwerdefrei. Bei diesem Fall handelt es sich wahrscheinlich um eine stielgedrehte, nicht parasitogene Leberzyste, die sich bis in die untere Abdominalhöhle erstreckte. Dieser Verdacht würde auch das vorhergegangene, spontan regrediente Schmerzereignis vor einem Jahr erklären.
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