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Angioödeme: selten allergisch bedingt zweiter Teil: Therapie
Author(s) -
B Wüthrich
Publication year - 2012
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2012.07793
Subject(s) - medicine
Die Pathogenese des Angioödems ist entscheidend für die Therapiewahl: Man sollte so früh wie möglich eine mastzellassoziierte von anderen Formen unterscheiden, da die Therapie unterschiedlich ist. Bei akut aufgetretenem Angioödem (häufig in Assoziation mit Urtikaria) sollen ein Antihistaminikum (z.B. Clemastin: 1–2 Ampullen à 2 ml = 2–4 mg, mit Kochsalzlösung verdünnt) langsam intravenös injiziert sowie ein wasserlösliches Kortikosteroid (z.B. 125–250 mg Methylprednisolon oder 80–160 mg Triamcinolonacetonid) i.v. verabreicht werden. Bei Zungen-/Rachenschwellung und Dyspnoe soll Adrenalin sofort und als erstes Medikament intramuskulär – wenn möglich im anterolateralen Bereich des Oberschenkels (M. vastus lateralis) – in einer Dosis von 0,3 bis 0,5 mg injiziert werden. Das Prozedere entspricht in etwa der Notfallbehandlung beim allergischen Schock [40]. Der Verlauf ist im Einzelfall nicht vorhersehbar: Bei einer grotesk geschwollenen Zunge oder bei Uvulaödem kann ein Larynxödem drohen mit Gefahr einer akuten Erstickung. Bei dieser Symptomatik ist wegen akuter Lebensgefahr eine stationäre Behandlung unbedingt ratsam. Auf dem Weg zur Klinik sollte ein Arzt in Intubationsbzw. Tracheotomiebereitschaft den Transport begleiten. Der Patient soll, je nach Ansprechen auf die Therapie, 2–6 Stunden oder über Nacht überwacht werden. Ein mastzellvermitteltes Angioödem sollte auf diese Therapie rasch ansprechen. Ergänzend werden per os noch ein nichtsedierendes, langwirkendes Antihistaminikum und Prednison/Prednisolon (50 mg) gegeben. Allfällig verdächtige Medikamente (ASS, NSAR, ACE-Hemmer, Sartane usw.) oder Nahrungsmittel sollen bis zur endgültigen Abklärung weggelassen bzw. substituiert werden. Jeder Patient mit (histaminergem) Angioödem soll nach der Akutbehandlung über Notfallmedikamente verfügen, die in einem Wiederholungsfall sofort eingenommen werden können. Das Notfallset setzt sich aus einem Antihistaminikum (z.B. 2 Tabl. Levocetiricin, Cetirizin, Fexofenadin), kombiniert mit einem Kortikosteroidpräparat (z.B. Prednisolon 2 Tabl. à 50 mg), zusammen. Sollten idiopathische histaminerge Angioödeme immer wieder auftreten, kann zur Rezidivprophylaxe eine kontinuierliche Intervalltherapie über etwa 3–6 Monate mit einem Antihistaminikum, z.B. 180 mg Terfenadin, oder 5–10 mg Levocetirizin (bzw. 10–20 mg eines CetirizinGenerikums) bzw. Desloratadin 5–10 mg rezeptiert werden. In dieser Zeit ist zu beobachten, ob die Anfälle ausbleiben oder ihre Intensität abgeschwächt wird. Im positiven Fall kann die Medikation über eine längere Zeitperiode fortgesetzt werden. Anders sieht die Situation bei bradykininvermittelten Angioödemen aus, die auf Antihistaminika und Steroide nicht oder schlecht angesprochen haben und erstmals aufgetreten sind. Hier muss der Arzt den Verdacht auf ein HAE oder AAE schöpfen, die entsprechende Labordiagnostik im Schub (und anschliessend im Intervall) in die Wege leiten und die Akutbehandlung wie bei einem bekannten HAE oder AAE durchführen, notfalls mit Notintubation oder Tracheotomie. Quintessenz

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