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Die Durchführung und Auswertung von Funktionstests: eine wichtige Fähigkeit von Allgemeininternisten!
Author(s) -
Matteo Monti
Publication year - 2012
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2012.01166
Subject(s) - political science
Bis vor kurzem ging man in der Ärzteausbildung davon aus, dass ein kompetenter Arzt zu werden vor allem eine Zeitfrage war: Durch die Summe aller Lernsituationen während der Assistenzarztzeit sollte ein junger Mediziner die erforderlichen persönlichen Kompetenzen und das notwendige Know-how für seine spätere Niederlassung als selbständiger Arzt erwerben. Der Hauptkritikpunkt an dieser Art der Curriculumgestaltung ist, dass die Weiterbildungsstätten nicht alle über dieselben Patiententypen und dieselbe Ausbildungsqualität bzw. -quantität verfügen. Infolgedessen ist es schwierig, am Ende der Weiterbildung ein einheitliches Kompetenzniveau aller Ärzte zu erreichen [1]. Seit den 90er Jahren wird auf nationaler und internationaler Ebene ein neues Konzept, genannt «Competency-based curriculum» (kompetenzbasiertes Curriculum), angeboten: Am Ende seiner Weiterbildungszeit muss der Assistenzarzt den Erwerb zuvor festgelegter Fähigkeiten nachgewiesen haben. Das neue Weiterbildungsprogramm Allgemeine Innere Medizin orientiert sich künftig an diesem Modell [2]. Zusätzlich zu den allgemeinen Grundfähigkeiten, über die jeder Arzt verfügen sollte (Kommunikationsfähigkeit, Fähigkeit zur Zusammenarbeit, Ressourcenmanagement, Gesundheitsförderung, Professionalität, wissenschaftliches Interesse) wird in dem neuen Weiterbildungsprogramm eine Reihe von für die innere Medizin spezifischen Kompetenzen detailliert aufgeführt. Glücklicherweise durfte ich meine Ausbildung in fünf Spitälern und drei Sprachregionen der Schweiz absolvieren. So lernte ich verschiedene Auffassungen von der Rolle eines Internisten kennen und den Fähigkeiten, die er besitzen muss, um als «guter Arzt» zu gelten. Fähigkeiten, die an einigen Weiterbildungsstätten als wichtig galten, waren an anderen weniger gefragt. Diese wieder um wendeten mehr Energie für die Vermittlung anderer Fähigkeiten auf. Somit erwarb ich nicht aufgrund der Dauer meiner Assistenzarztzeit, sondern durch den Wechsel der Institutionen und Kantone ein breiteres Fähigkeitsspektrum, wie es im Weiterbildungsprogramm gefordert wird. Die Fähigkeit, einen Funktionstest durchzuführen und dessen Ergebnisse auszuwerten, ist das häufigste Beispiel, bei dem die Wichtigkeit einer Kompetenz im Tessin, der Deutschund der Westschweiz unterschiedlich gewichtet wird. Dabei ist es interes sant festzustellen, dass die Lernziele im neuen Weiterbildungsprogramm Allgemeine Innere Medizin diesbezüglich sehr eindeutig formuliert sind: «BelastungsEKG: Selbständige Durchführung und Interpretation von 50 Untersuchungen [...] 24-h-Blutdruckmessung: Durchführung der Messung und Interpretation des Resultates bei 10 Patienten [...] Kleine Lungenfunktionsprüfung: Durchführung der Lungenfunktion und Interpretation des Resultates bei 30 Patienten» [3]. Wahrscheinlich stossen diese Formulierungen nicht bei allen auf Zustimmung, aber ich gehöre zu den Menschen, die es als normal empfinden, dass ein Allgemeininternist in der Lage sein sollte, die richtige Indikation zu stellen und die o.g. Tests selbständig durchzuführen. Ob diese nun zu diagnostischen Zwecken, zum Screening oder bei der Betreuung chronisch kranker Patienten benötigt werden, ein Internist muss ebenfalls dazu in der Lage sein, die Testergebnisse zu interpretieren und die dadurch gewonnenen Informationen korrekt anzuwenden. Auch wenn die Schweizerische Gesellschaft für Allgemeine Innere Medizin beschlossen hat, die o.g. Lernziele in ihr Weiterbildungsprogramm aufzunehmen, so liegt es doch in der Verantwortung der einzelnen Weiterbildungsstätten, den Assistenzärzten diese Art des Lernens zu ermöglichen. Um den weiterbildenden und den weiterzubildenden Ärzten ihre Arbeit zu erleichtern, möchten wir Ihnen eine Serie mit vier Artikeln präsentieren, die in Zusammenarbeit von Internisten und Fachärzten entstanden sind und in denen die theoretischen Grundlagen, die Interpretation der Ergebnisse, aber auch die Grenzen der Spirometrie (in diesem Heft, Seite 525), der Bestimmung des Knöchel-Arm-Index zum Screening auf die periphere arterielle Verschlusskrankheit (Heft 27–28), der Ergometrie (Heft 29–30) und der ambulanten 24-h-Blutdruckmessung (Heft 31–32) zusammenfassend dargestellt werden. Wir hoffen, dass die Artikel zur Lehre und Würdigung der Wichtigkeit dieser Tests beitragen, die bei der Betreuung unserer Patienten oftmals essentiell sind.

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