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Eine ungewöhnliche gastrointestinale Blutung
Author(s) -
Vera König,
Monica Peduzzi,
Walter Kistler
Publication year - 2012
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2012.01061
Subject(s) - medicine
Ein 55 Jahre alter Mann, ursprünglich aus Indien stam mend, wurde wegen Hämatemesis per Rettungsdienst zugewiesen. In der Anamnese berichtete der Patient über plötzlich aufgetretenes Erbrechen von 200 bis 300 ml Blut mit nachfolgender Synkope. Ausser einer bekannten Laktoseintoleranz bestanden keine Vorerkrankungen. Bei Eintreffen präsentierte sich ein initial kreislauf nsta biler Patient mit tiefen Blutdruckwerten (80/40 mm Hg) und einer Tachykardie (110/min), wach und allseits ori entiert, aber ohne weitere spezifsche Beschwerden. Der Abdominalstatus war klinisch unauffällig, digital rek tal kein Frisch/Altblut am Fingerling. Das Labor wies eine hypochrome, mikrozytäre Anämie mit einem Hämo globin von 99 g/l, normalem Gerinnungsstatus und Elek trolyten aus. In der notfallmässig durchgeführten Gastroskopie zeigte sich ein Ulcus ventriculi ohne aktive Blutung, aller dings im Rahmen eines grossen, von Magenschleimhaut überkleideten Tumors im Antrumbereich. In der am Folgetag durchgeführten Computertomographie bestä tigte sich eine ca. 7,5 x 5 x 5 cm messende ovaläre, scharf begrenzte Raumforderung, die sich gegen das Magen lumen vorwölbte und kein Kontrastmittel aufnahm. Bei Verdacht auf einen Gastrointestinalen Stromatumor (GIST) bzw. ein Neurofbrom wurde die Indikation zur operativen Entfernung gestellt, die nach 10 Tagen mittels einer distalen Gastrektomie mit Rekonstruktion nach RouxenY durchgeführt wurde. In der Histologie bestätigte sich die Diagnose eines GIST mit niedrigem Proliferationsindex (1/50 HPF), cKIT (CD 117) und CD 34 positiv bei Resektion im Gesunden. Aufgrund des aus onkologischer Sicht niedrigen Risiko profls und negativen postoperativem PETCT wurde auf eine adjuvante Chemotherapie verzichtet. Der Patient ist ein Jahr postoperativ rezidivfrei. Beim zwanzig Jahre älteren und in Indien wohnhaften Bruder des Patienten wurde vier Jahre zuvor ebenfalls bei Auftreten von Melaena ein cKITpositiver GIST des Magens diagnostiziert. Dieser ist nach subtotaler Gas trektomie seither ebenfalls tumorfrei.

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