Nierenkolik – Steinaustreibung mittels «Medical Expulsive Therapy» (MET)
Author(s) -
Bernhard Hess,
Göran Alund
Publication year - 2012
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2012.01023
Subject(s) - medicine
Die Harnleiterobstruktion durch einen Stein induziert eine massive Dehnung von Nierenkapsel, Nierenbecken und Kelchsystem [1]. In der Folge wird eine Hyperperi staltik des Ureters ausgelöst, welche durch Schritt macherzellen (atypische Glattmuskelzellen) in der Nie renbeckenkelchregion in Gang gesetzt wird [1]. Diese Schrittmacherzellen propagieren peristaltische Druck wellen aus dem Nierenbecken entlang des Ureters in die Harnblase. Die Modulation der Ureterperistaltik ist kom plex und nicht vollständig erforscht [1]. Der bisherige Wissensstand ist in Tabelle 1 p zusammengefasst. Die Hyperperistaltik des Ureters als Folge eines obstruie renden Harnleiterkonkrements induziert den stärksten Schmerz, den ein Mensch – ausser bei Frauen anläss lich einer Geburt – erleiden kann. Dauert die Ureter obstruktion mehr als 24 Stunden an, kommt es zur ob struktiven Uropathie: ansteigender intrarenaler Druck triggert die lokalrenale Produktion potenter vasokon striktiver Substanzen [2, 3]. Dies bewirkt einen Abfall des glomerulären Filtrationsdrucks und damit der glo merulären Filtrationsrate [2, 3]. Diese Phänomene sind nach Behebung der Obstruktion, also nach Entfernung des obstruierenden Ureterkonkrements oder spontanem Steinabgang, reversibel. Das Ziel der «Medical Expulsive Therapy» (MET) ist nicht nur die Verringerung stärkster Kolikschmerzen, sondern vor allem auch die Förderung der Steinaustreibung und damit die Vermeidung einer langanhaltenden obstruk tiven Uropathie. Dabei soll der spontane Steinabgang prozentual häufiger und innert einer deutlich kürzeren Zeitspanne nach Beginn der Kolikschmerzen erfolgen. Die erwünschten Effekte einer MET im komplexen pa thopysiologischen Geschehen einer Nierenkolik sind in Abbildung 1 x dargestellt.
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