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Der seltene Fall in der gynäkologischen Praxis – eine häufige hausärztliche Diagnose
Author(s) -
Daniel Brügger
Publication year - 2012
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2012.01002
Subject(s) - medicine , gynecology
Die 51-jährige Patientin leidet Mitte August unter Müdigkeit, Halsweh und seit zwei Tagen unter schmerzhaften bläschenförmigen Effloreszenzen labial links. Unter kolposkopischer Vergrösserung scheinen die teilweise verkrusteten, plaqueartigen Effloreszenzen im Bereich des linken labium majus pigmentiert zu sein. Zudem ist die Haut linksseitig entzündet und induriert, cranial bis gegen den mons pubis zu. Inguinale Lymphknoten sind beidseits unauffällig. Differentialdiagnostisch denke ich an einen Morbus Bowen oder einen Herpes simplex genitalis, weshalb ich zwei kleine Probebiopsien entnehme, die ich an ein Pathologieinstitut einsende (in meinen 25 Jahren gyn. Praxis habe ich noch nie einen M. Bowen diagnostiziert). Zudem PCR-Abstriche auf HSV 1+2, sowie HPV. Probatorischer Beginn mit Valaciclovir 2x 500 mg tgl. Die Histologie ergibt ein Ulcus mit Viruseinschlusskörpern und chronischer Entzündung, vereinbar mit einer Herpes-simplex-Infektion. Alle PCR-Befunde fallen negativ aus. Die Kontrolle nach 5 Tagen zeigt eine leichte Regredienz der lokalen Effloreszenzen, doch sind die Schmerzen weiterhin störend, aber nicht so ausgeprägt vorhanden wie bei einem typischen HSV-Primärinfekt. Weiterhin auffallend sind die deutliche Hautentzündung und die einseitige Befundlokalisation. Einer intuitiven Eingebung folgend denke ich differentialdiagnostisch an eine Gürtelrose an ungewohnter Körperstelle und erhöhe die Valaciclovir-Dosis auf 3x 1 g tgl. für weitere 5 Tage. Die telefonische Rückfrage beim Pathologen weist darauf hin, dass histomorphologisch zwischen Herpes simplex und Herpes zoster nicht unterschieden werden kann. Die nachträglich im Material der Erstkonsultation veranlasste zusätzliche PCR-Analyse ergibt molekularbiologisch einen positiven VZV-DNANachweis und bestätigt die Diagnose eines linksseitigen labialen Herpes-zoster-Infektes. Anfang Oktober ist die Patientin beschwerdefrei, restitutio ad integrum ohne postherpetische Neuralgie. Kurzdiskussion

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