Vitamin-D- und Kalziumsupplementation
Author(s) -
Heike A. BischoffFerrari,
Stähelin Hb
Publication year - 2011
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2011.07712
Subject(s) - vitamin d and neurology , political science , medicine
Kalzium ist ein wesentlicher Baustein unserer Knochen. Neue Daten zeigen jedoch, dass Kalziumtabletten gezielter zum Einsatz kommen sollten. Zum einen führen Kalziumtabletten als Einzeltherapie zu keiner Verminderung des Frakturrisikos, anderseits kann anhand einer Metaanalyse von Doppelblindstudien eine Zunahme des Herzinfarktrisikos unter Kalziumtabletten nicht ausgeschlossen werden. Letzteres primär bei Menschen, die über die Ernährung bereits gut mit Kalzium versorgt sind. Daher sollten Kalziumtabletten gezielter zum Einsatz kommen und natürliche Kalziumquellen aus der Ernährung in der Osteoporoseprävention berücksichtigt werden. Neben einer kalziumreichen Ernährung steht anhand neuerer Empfehlungen für die Knochengesundheit die Vitamin-D-Versorgung im Vordergrund. Derzeitige Richtlinien zur Vitamin-D-Supplementation wurden 2010 vom Institute of Medicine (IOM) neu definiert und beziehen sich ausschliesslich auf Endpunkte der Knochengesundheit. Das IOM empfiehlt 600 IE (internationale Einheiten) Vitamin D für alle Altersstufen bis 70 Jahre und 800 IE pro Tag im höheren Alter. Dies unter der Annahme einer beschränkten Sonnenexposition. Das IOM verdoppelt in der neusten Empfehlung die sichere obere Einnahmegrenze bei Erwachsenen von 2000 IE auf 4000 IE pro Tag und setzt die sichere obere Einnahmegrenze bei Kindern, abhängig vom Alter, auf 1000 bis 3000 IE pro Tag. Laut IOM ist ein 25-Hydroxyvitamin-D-Blutwert von 50 nmol/l aussreichend für 97% der Bevölkerung, auch bezogen auf die Knochengesundheit. 2010 definiert die International Osteoporosis Foundation (IOF) Vitamin-D-Empfehlungen, die sich primär auf ältere Erwachsene beziehen. Konsistent mit dem IOM empfiehlt die IOF 800 IU Vitamin D am Tag zur Optimierung der Knochengesundheit. Im Gegensatz zum IOM gilt diese Empfehlung generell und unabhängig von der Sonnenexposition ab dem 60. Lebensjahr und bezieht sich auf die evidenzbasierte Wirkung von Vitamin D auf die Prävention von Frakturen und Stürzen. Zudem empfiehlt die IOF einen 25-Hydroxyvitamin-DZielwert von 75 nmol/l für eine optimale Frakturund Sturzprävention. Der Bericht der Endocrine Task Force on Vitamin D der US Endocrine Society bestätigt 2011 den Zielwert von 75 nmol/l für eine optimale Frakturund Sturzprävention. Allen Empfehlungen gemeinsam ist, dass ein Vitamin-DMangel (25-Hydroxyvitamin-D <50 nmol/l), der anhand von verschiedenen Studien bei etwa 50% der erwachsenen europäischen Bevölkerung besteht, vermieden werden sollte. Die Empfehlungen zur Menge der Supplementation zur Prävention eines Vitamin-D-Mangels decken sich ebenfalls grösstenteils. Als wesentlicher Unterschied ist der 25-Hydroxyvitamin-D-Zielwert mit 50 nmol/l deutlich niedriger in den Empfehlungen des IOM im Vergleich zu den 75 nmol/l als Zielwert der anderen internationalen Empfehlungen. In diesem Überblick sollen vor allem die praktische Anwendung der neuen Empfehlungen zu Vitamin D und damit verbundene Public-Health-Aspekte besprochen werden.
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