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Neue Störung im Vitamin-D-Metabolismus: 24-Hydroxylase (CYP24A1)-Defekt
Author(s) -
Ernst Leumann
Publication year - 2011
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2011.07706
Subject(s) - cyp24a1 , vitamin d and neurology , chemistry , endocrinology , medicine , calcitriol receptor
Die Vermeidung der früher weit verbreiteten VitaminD-Mangelrachitis dank der seit 70 Jahren durchgeführten routinemässigen Verabreichung von Vitamin D bei Säuglingen ist eine Erfolgsgeschichte. Die Wichtigkeit der Vitamin-D-Prophylaxe wurde uns nicht zuletzt erneut bewusst gemacht durch das Wiederaufflackern der Rachitis nach dem Zusammenbruch bestehender Gesundheitssysteme, z.B. in Armenien. Allerdings können Überdosierungen – und bei vereinzelten Kindern selbst mässige Vitamin-D-Dosen – zu ernsten Nebenwirkungen führen. So wurde in Grossbritannien in den 50er Jahren eine starke Häufung der Idiopathischen Infantilen Hyperkalzämie (IIH) – auch als Lightwood-Syndrom bezeichnet – beobachtet im Zusammenhang mit der Einführung von mit Vitamin-D3–angereicherter Milch [1]. Hierdurch erhielten Säuglinge bis zu 4000 Einheiten Vitamin D3 täglich. Allerdings zeigte nur ein kleiner Teil der Säuglinge eine IIH. Nach Reduktion der täglichen Vitamin-D-Zufuhr ist dieses Krankheitsbild weitgehend verschwunden. Zum andern war lange Zeit die Stossprophylaxe mit hohen Dosen von Vitamin D (mehrmals 3 bis 6 E) in der damaligen DDR und teilweise auch in der Schweiz üblich [2, 3]. Damit wollte man sicherstellen, dass auch Kinder aus sozial schlecht gestellten Familien die Prophylaxe erhielten. Allerdings wurden auch Intoxikationen durch Vitamin D beobachtet [2, 3]. So berichteten wir 1992 über vier Säuglinge mit Vitamin-D-Intoxikation, die von einer Mütterberatungsstelle innerhalb eines Monats zweimal 3 E Vitamin D3 erhalten hatten [3]. Diese Praxis wurde danach bei uns sistiert, aber Vitamin-D-Überdosierungen wegen Fehlapplikation werden heute zunehmend am Schweizerischen Toxikologischen Informationszentrum registriert [4]. Allerdings zeigte sich, dass die meisten Kinder auch sehr hohe Dosen schadlos ertragen. Die Vermutung lag daher nahe, dass eine gesteigerte Empfindlichkeit auf Vitamin D nur bei wenigen Kindern besteht. Der Metabolismus von Vitamin D ist komplex und wird präzise gesteuert. Das in der Haut unter dem Einfluss

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