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Urininkontinenz der Frau: Was ist sinnvoll in der hausärztlichen Praxis?
Author(s) -
J Humburg
Publication year - 2011
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2011.07678
Subject(s) - philosophy
Die ICS (International Continence Society) definiert eine Urininkontinenz als jeglichen unwillkürlichen und störenden Urinabgang. Dieser sehr allgemein gehalte nen und unspezifischen Definition folgt dann die Auf forderung, diese zu präzisieren durch Angabe des Typs der Inkontinenz, ihrer Häufigkeit, des Schweregrads, ihrer Auswirkung auf Hygiene und Lebensqualität, ih rer sozialen Folgen und ob und in welchem Ausmass Betroffene Hilfe suchen. Übersetzt in den klinischen Alltag, wird damit klar, dass eine Urininkontinenz die betroffenen Frauen in vielen unterschiedlichen Bereichen ihres Lebens berührt, so in ihrer körperlichen und seelischen Befindlichkeit, ih rer Sexualität, ihren sozialen Beziehungen, dem häus lichen und beruflichen Umfeld. Dies sollte ihren Nieder schlag finden in einer individualisierten Betreuung, die diese Faktoren bei der Wahl von Abklärung und Thera pie berücksichtigt. Nicht alle betroffenen Frauen profi tieren im gleichen Ausmass von den zahlreichen The rapieangeboten. Damit ist auch ersichtlich, dass eine optimale Therapie auch einer interdisziplinären Zu sammenarbeit bedarf, wenn auch nicht immer durch entsprechende Zentren. Trotzdem ist die Urininkontinenz ein Tabuthema, wel ches die betroffenen Frauen lieber verschweigen und durch Vermeidungsstrategien wie eine prophylaktische Miktion, oder Verhaltensanpassungen wie Flüssigkeits restriktion, eher kaschieren als durch wirksame Thera pien wie Verhaltensänderungen oder Medikamenten einnahme behandeln. Erstaunlicherweise wird die Urininkontinenz auch von ärztlicher Seite nicht genü gend thematisiert. Berücksichtigt man die Prävalenz der Urininkontinenz von 37% in der gesamten weibli chen Bevölkerung und führt sich vor Augen, dass in Studien Grundversorger in 60–70% eine Verbesserung einer Urininkontinenz oder sogar eine Kontinenz er reichten, so wird klar, dass in der Optimierung der Be treuung inkontinenter Frauen ein erhebliches Spar potential liegen könnte, denn eine Urininkontinenz verursacht nicht nur direkte Kosten durch Abklärun gen, Medikamente oder Eingriffe, sondern auch, auf grund ihrer ganz erheblichen Komorbidität wie Stürze und Frakturbehandlungen, indirekte Kosten. Ge schätzte Kosten in anderen Ländern bewegen sich im Bereich dreistelliger Millionenbeträge (Spanien, Italien, Australien und USA). Leider liegen für die Schweiz keine solchen Zahlen vor. Die folgende Übersichtsarbeit berücksichtigt bezogen auf die Häufigkeit des Auftretens im klinischen Alltag die Hauptformen der Urininkontinenz bei der Frau und richtet sich an Grundversorger. Berücksichtigt werden in erster Linie Abklärungen und Massnahmen, deren Einleitung oder Durchführung in der hausärztlichen Praxis sinnvoll und möglich sind.

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