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Angeborene Stoffwechselstörungen: eine neue Herausforderung für die Erwachsenenmedizin
Author(s) -
L Bonafé,
B Pelet,
O Boulat,
A Superti-Furga
Publication year - 2011
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2011.07608
Subject(s) - psychology
Angeborene Stoffwechselstörungen (inborn errors of metabolism, IEM) sind genetisch bedingte Erkrankun gen, die infolge eines Defekts eines am Zellstoffwechsel beteiligten Enzyms oder Proteins entstehen. Sie machen in etwa ein Drittel der genetischen Erkrankungen mit bekannter Ursache aus [1] und können alle Organe be treffen. Es sind über 400 verschiedene Stoffwechsel störungen bekannt, die bei Kindern mit einer globalen Inzidenz von 1:2000 [2] bis 1:4000 [3] auftreten. Die ersten Symptome treten in den meisten Fällen in der Kindheit auf, können sich jedoch auch erst im Jugend oder Erwachsenenalter [4] manifestieren. Die Prävalenz angeborener Stoffwechselstörungen bei Erwachsenen ist unbekannt, da keine systematische Langzeitbetreu ung der Patienten erfolgt und bei atypischen Krank heitsbildern, wie sie bei partiellen Enzymdefekten be stehen, die bei Erwachsenen häufig vorkommen, oftmals nicht die richtige Diagnose gestellt wird [5]. Einige IEM können mit Hilfe folgender spezieller The rapieformen behandelt werden [4, 5]: – Reduktion des toxischen Stoffwechselprodukts ent weder durch eine Spezialdiät (z.B. phenylalanin arme Ernährung bei Phenylketonurie) oder die Gabe eines Medikaments, mit dem das toxische Stoff wechselprodukt konjugiert wird (z.B. Natrium benzoat bei Hyperammonämie und Chelatbildner bei der WilsonKrankheit). – Substitution des fehlenden Stoffwechselprodukts (Serin, Tyrosin, Coenzym Q10, Neurotransmitter). – Hemmung der Synthese des toxischen Stoffwechsel produkts vor dessen Akkumulation (Nitisinon bei Tyrosinämie Typ 1 und Miglustat beim GaucherSyn drom). – Ersatz des defekten Enzyms durch intravenöse Ver abreichung des entsprechenden Enzymproteins (bei lysosomalen Speicherkrankheiten), durch Organtrans plantation (bei hepatischen Glykogenosen, Harnstoff zyklusdefekten und Leuzinose) oder Stammzell/ Knochenmarktransplantation (bei Mukopolysaccha ridosen und Adrenoleukodystrophie). – Stimulation der Restenzymaktivität oder Stabilisie rung des Enzymproteins durch einen Cofaktor oder ein Chaperon (z.B. Tetrahydrobiopterin bei Phenyl ketonurie).

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