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Autismus-Spektrum-Störung (ASS): eine neue Modediagnose?
Author(s) -
A Schinardi
Publication year - 2011
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2011.07597
Subject(s) - psychology
Immer häufiger werden Kinder wegen Verdacht auf ASS oder zumindest solche, die «autistische Züge» aufzuweisen scheinen, zur Abklärung unserer «Fachstelle Autismus» in Winterthur zugewiesen – von den Kinderund Hausärzten, aber auch Kinderpsychiatern. Nicht zuletzt werden Kinder auf Drängen der Lehrer angemeldet, welche heute hinsichtlich dieser Störungen besser informiert und darauf sensibilisiert sind. Gelegentlich hat man den Eindruck, dass sich die Aufmerksamkeit, die bisher der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) gegolten hat, auf die Störungen des Autismusspektrums verlagert. Als Oberärztin der erwähnten Fachstelle bin ich mit vielen Zuweisungen konfrontiert: An Anmeldungen fehlt es nicht, der Störungsverdacht wird aber nur in wenigen Fällen wirklich bestätigt. Manchmal fühle ich mich wie eine Kunstexpertin, die nur Fälschungen einzuschätzen hat. Zum Teil ist das Interesse für eine seltene Störung verständlich: Je seltener die Störung, desto grösser die Freude, wenn man sie «entdeckt»!

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