Bisphosphonate und Kiefernekroserisiko
Author(s) -
H Prillwitz,
R. Theiler
Publication year - 2011
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2011.07574
Subject(s) - bisphosphonate , medicine , osteoporosis
Eine 78-jährige Patientin wurde seit 2000 aufgrund einer manifesten Osteoporose mit Alendronat 70 mg einmal wöchentlich (kumulative Dosis ca. 25500 g) und Calcimagon® behandelt. Aufgrund gehäufter osteopo rotischer Frakturen, v.a. der LWK und BWK, diverser Rippenfrakturen im Verlauf mit z.T. notwendigen wiederholten Hospitalisationen, sowie gastrointestinalen Problemen wurde die Therapie im Juni 2007 auf Ibandronat intravenös 3 mg alle 3 Monate umgestellt. Zwei Jahre später klagte die Patientin im Herbst 2009 vermehrt über Zahnschmerzen (Abb. 1 x) und konsultierte ihren Zahnarzt, welcher im November 2009 den Zahn 26 im linken Oberkiefer extrahierte. Die Patientin hatte nach eigenen Angaben in den letzten Jahren keinerlei Zahnprobleme. Im Verlauf kam es zu Wundheilungsstörungen, woraufhin die Patientin im Januar zunächst zu einem Facharzt für Oralchirurgie überwiesen wurde. Dort erfolgte eine konservative Therapie (Mundhygiene und Plak-Out®-Gel) mit gutem Erfolg. Im März 2010 berichtete die Patientin über neu aufgetretene Zahnschmerzen im linken Unterkiefer, weshalb bei Verdacht auf Wurzelkaries des Zahnes 35 eine Überweisung ins UniversitätsSpital Zürich, Abteilung Kieferchirurgie, stattfand. Dort wurde der Zahn 35 am 26.3.2010 extrahiert, wobei intraoperativ ein ausgeprägter Knochenkrater mit avitalem Knochen und deutlichen osteonekrotischen Anteilen dokumentiert wurde. Es erfolgte eine ausgedehnte Revision des Knochens mit anschliessenden engmaschigen klinischen Kontrollen. Ibandronat wurde bei Verdacht auf Kiefernekrose ab April 2010 gestoppt (insgesamt hatte die Patientin 7 Applikationen erhalten). Im Verlauf kam es zu einer deutlichen Wunddehiszenz und hartnäckiger Wundheilungsstörung mit zum Teil freiliegendem Knochen und lokaler Infektion. Bei weiterhin schleppendem Heilungsverlauf und im Juni 2010 noch immer freiliegender Alveole 35 im linken Unterkiefer ohne weitere Granulation wurde eine erneute chirurgische Sanierung in Vollnarkose zwingend notwendig. Zwischenzeitlich kam es zu einem Sturz der Patientin mit BWK11/12und Os-sacrumFrakturen links, welche eine erneute Hospitalisation und Verschiebung der chirurgischen Intervention notwendig machten. Während der Hospitalisation wurde die Osteoporosetherapie, bei Verdacht auf Bisphosphonat-induzierte Kiefernekrose, auf das rekombinante humane Parathormon Teriparatid umgestellt.
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