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Notfallbehandlung beim allergischen Schock
Author(s) -
A Helbling,
M Fricker,
Andreas J. Bircher,
P Eigenmann,
P Eng,
A KöhliWiesner,
G Müllner,
W Pichler,
P SchmidGrendelmeier,
F Spertini
Publication year - 2011
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2011.07462
Subject(s) - medicine
Der Begriff «Anaphylaxie» wird nicht einheitlich ver wendet. Im Allgemeinen wird darunter eine rasch ein tretende, schwere, potentiell lebensbedrohliche, syste mische Hypersensitivitätsreaktion verstanden [1]. Vom Beginn der Initialsymptome bis zum Vollbild der Ana phylaxie, welche im Tod enden kann, können wenige Minuten vergehen [2, 3]. Auch wenn die meisten ana phylaktischen Reaktionen innerhalb von 30 Minuten ab laufen, kann sich ein Schockzustand 1–2 Stunden nach dem Primärkontakt manifestieren [2]. Dabei sind meist oral aufgenommene Substanzen kausal. Die häufigsten Auslöser anaphylaktischer Reaktionen sind Hymenopte renstiche, Medikamente und Nahrungsmittel [2–6]. Nicht selten sind Kofaktoren mitbeteiligt (z.B. nahrungsmittel abhängige, anstrengungsinduzierte Anaphylaxie; Alko hol oder nichtsteroidale Antirheumatika [inkl. Aspirin®] zusammen mit Nahrungsmittelproteinen und körper licher Betätigung, viraler Infekt und Allergenkontakt) [2, 5, 7]. Die Klinik, die den ganzen Organismus erfasst (Tab. 1 p), basiert auf einer akuten Mastzell und Baso philenaktivierung. Der Mechanismus kann IgE oder nicht IgEmediiert sein, wobei dies klinisch nicht unter scheidbar ist. Die Inzidenz lebensbedrohlicher allergischer Schock zustände wird auf rund 10 Personen pro 1 Ein wohner pro Jahr in der Schweiz geschätzt [3]. Pro Mil lion Einwohner sterben 1–3 Personen nach einer schweren allergischen Reaktion. Die Anaphylaxie ist ein medizinischer Notfall, weshalb der frühzeitigen medizinischen Versorgung eine entscheidende Bedeu tung zukommt. Verschiedene retrospektive Analysen haben ergeben, dass die Akutbehandlung schwerer al lergischer Reaktion oft von nationalen und internatio nalen Leitlinien und Empfehlungen abweicht [5, 6, 8–11]. Unbefriedigend ist, dass Adrenalin, welches als wichtigstes Medikament bei der Behandlung schwerer allergischer Reaktionen gilt, zu selten und zu spät ein gesetzt wird. Ferner werden nach erfolgter und erfolg reicher Behandlung die Betroffenen bezüglich Selbstbe handlung im Notfall häufig nur ungenügend instruiert und unzureichend auf eine Nachbetreuung mit allergo logischer Evaluation hingewiesen [10–12]. Das Erleben einer Anaphylaxie ist ein prägendes Ereignis und kann die Lebensqualität danach massiv beeinträchtigen. Die grosse Mehrheit (~94%) anaphylaktischer Reaktionen kann durch eine fundierte allergologische Beurteilung ursächlich geklärt werden [2, 3]. Es ist wichtig, dass die Betroffenen richtig beraten und darüber informiert werden, wie ein erneutes anaphylaktisches Ereignis vermieden werden kann, um nicht in ständiger Angst leben zu müssen [12].

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