Rasch progrediente Gonarthrose assoziiert mit Hydroxyapatitkristallen
Author(s) -
M Erismann,
R Theiler
Publication year - 2010
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2010.07344
Subject(s) - rasch model , medicine , psychology , developmental psychology
Ein 80-jähriger Patient wurde wegen immobilisierender Gonarthrose zugewiesen. Er berichtete über beidseitige, vorwiegend belastungsabhängige Kniebeschwerden betont auf der rechten Seite mit deutlicher Progredienz über die letzten eineinhalb Jahre, weshalb er sich in der letzten Zeit zuhause nur noch «auf allen Vieren» fortbewegen konnte. Wesentliche Komorbiditäten waren keine bekannt, Medikamente wurden keine regelmässig eingenommen. Klinisch präsentierte sich bei Eintritt ein kachektischer Patient mit beidseits atropher Oberschenkelmuskulatur. Das rechte Kniegelenk war leicht überwärmt und geschwollen bei mässigem Erguss. Im Liegen präsentierte sich das rechte Kiegelenk in einer Varusfehlstellung von ca. 30°, die Beweglichkeit war deutlich eingeschränkt mit maximaler Flexion von 80° bei einem Extensionsdefizit von 30°. Das linke Kniegelenk präsentierte sich insgesamt ähnlich wie rechts mit jedoch geringerer Ausprägung. Der weitere Gelenkstatus ergab keine zusätzlichen Schwellungen oder Druckdolenzen als möglichen Hinweis für Synovitiden. Laborchemisch zeigten sich fehlende Entzündungszeichen und eine normale Hämatologie. Konventionell-radiologisch fand sich dokumentiert über einen Zeitraum von zwei Jahren eine rasch progrediente Gonarthrose rechts mit zuletzt ausgeprägter Varusfehlstellung wegen Destruktion des medialen Tibiaplateaus (Abb. 1x). Im Gelenkspunktat des rechten Kniegelenkes fanden sich viele Hydroxyapatitkristalle und vereinzelt Ca-Pyrophosphatkristalle (Abb. 2x). Zusammenfassend konnte die destruierende und rasch progrediente Gonarthrose rechtsseitig auf eine Mischkristallarthropathie mit vorwiegend Hydroxyapatit zurückgeführt werden. Eine Infektion, Gicht sowie ein chronisch-entzündliches Geschehen wie beispielsweise eine Rheumatoide Arthritis konnte aufgrund von Klinik und Laborbefunden ausgeschlossen werden. Therapeutisch wurde bei Immobilität und destruiertem Gelenk nach Verbesserung der Nahrungssituation bzw. des Allgemeinzustandes eine zementierte Totalprothese implantiert. Postoperativ gelang unter intensiver stationärer Physiotherapie eine kontinuierliche Mobilisation am Eulenburg, anschliessend wurde der Patient in die weiterführende stationäre Rehabilitation überwiesen.
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