Physiologie und Pathophysiologie der arteriellen und venösen Mikrozirkulation
Author(s) -
Marc Husmann,
Beatrice AmannVesti
Publication year - 2010
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2010.07283
Subject(s) - medicine
Die Vasomotion stellt eine Möglichkeit zur Regulation des mikrovaskulären Blutflusses und -druckes dar. Lokale metabolische und neurogen-vegetative Faktoren spielen dabei eine wichtige Rolle. Die Relevanz der einzelnen Mechanismen wird durch den Sauerstoffbedarf des Gewebes bestimmt mit dem Ziel, eine suffiziente lokale wie auch systemische Perfusion zu gewährleisten. Durch Vasokonstriktion bzw. -dilatation der Widerstandsgefässe, der Arteriolen, besteht ein stetiges Wechselspiel zwischen dem Öffnen und Schliessen von Kapillarschlaufen und damit von je nach Bedarf mehr oder weniger Gewebeperfusion. Verschiedene Krankheiten, in erster Linie die Gefässkrankheiten, aber auch Medikamente können zu pathologischen Veränderungen dieser mikrovaskulären Regulation führen. Je nach Ursache sind vorwiegend die arteriolären (primäres Raynaud-Phänomen), die kapillären (diabetische Mikroangiopathie) oder venulären (Akrozyanose) Abschnitte betroffen. Strukturelle, aber auch rein funktionelle Veränderungen der Mikrozirkulation können die hochkomplexen Regulationsvorgänge beeinflussen. Bei funktionellen Durchblutungsstörungen kommt es zur inadäquaten Engstellung (Spasmus) oder Erweiterung der Gefässe, ohne dass organische Gefässveränderungen fassbar sind. Der Ausdruck Vasospasmus sollte vom Begriff Vasokonstriktion unterschieden werden. Bei der Vasokonstriktion handelt es sich um eine definierte und erwartete Abnahme des Gefässlumens aufgrund endogener oder exogener Einflüsse, die eine Konstriktion der glatten Muskelzellen bewirken. Der Begriff Vasospasmus hingegen beschreibt eine überschiessende Antwort auf vasokonstriktorisch wirkende Stimuli (Tab. 1p). Verschiedene Mechanismen werden für diese überschiessende vasokonstriktorische Antwort diskutiert. Endogene, neurogene, hormonelle oder metabolische Faktoren können eine Kontraktion der glatten Muskelzellen der Gefässe hervorrufen. Beim Vasospasmus kann die Kontraktion der glatten Muskelzellen zu einem vollständigen Verschluss des Lumens führen. Die funktionellen Störungen sind in der Regel reversibel, die strukturellen hingegen irreversibel. Mischbilder bzw. ein Übergang von funktionellen zu strukturellen Mikrozirkulationsstörungen sind möglich und gerade für das sekundäre Raynaud-Phänomen bei der systemischen Sklerose typisch. Im Folgenden wird auf die physiologische Vasoregulation der unteren Extremität eingegangen und die Pathophysiologie in Zusammenhang mit den häufigsten Gefässkrankheiten wie periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK), chronische venöse Insuffizienz (CVI) sowie diabetische Mikroangiopathie diskutiert. Zusätzlich werden die funktionellen Störungen wie das Raynaud-Phänomen und die Akrozyanose beschrieben.
Accelerating Research
Robert Robinson Avenue,
Oxford Science Park, Oxford
OX4 4GP, United Kingdom
Address
John Eccles HouseRobert Robinson Avenue,
Oxford Science Park, Oxford
OX4 4GP, United Kingdom