Seltene Ursache eines Dünndarmileus
Author(s) -
G Frey Schenk,
H-E Wagner
Publication year - 2010
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2010.07261
Subject(s) - geology
Eine 73-jährige Patientin stellte sich mit seit dem Vortag bestehendem Erbrechen auf der Notfallstation vor. In der klinischen Untersuchung präsentierte sich ein weiches, balloniertes Abdomen mit einer Druckdolenz im Epigastrium sowie metallisch klingenden Darmgeräuschen. Der übrige Status war unauffällig. Die Patientin war bis anhin gesund gewesen und hatte keine abdominalen Eingriffe in der persönlichen Anamnese. Im Röntgen Abdomen stehend zeigten sich neben einer grossen Hiatushernie mehrere Luft-Flüssigkeitsspiegel im proximalen Dünndarm (Abb. 1 x). Laborchemisch konnten eine Leukozytose von 17,7G/l und ein CRP von 12,6mg/l bei sonst unauffälligen Werten nachgewiesen werden. Zur weiteren Diagnostik wurde ein Abdomen/ Becken-CT mit i.v.-Kontrastmittel durchgeführt mit Nachweis von proximal dilatierten Dünndarmschlingen, einem Kalibersprung im Dünndarm und «Hungerdarm» (Abb. 2 x). In der explorativen Laparotomie fiel eine starke Dilatation der proximalen Dünndarmschlingen auf. Bei der Dünndarmrevision liess sich ca. 50 cm vor der Ileozökalklappe ein endoluminaler «Tumor» palpieren. Über eine Enterotomie wurde problemlos ein kugeliger Fremdkörper aus dem Darmlumen geborgen (Abb. 3 x). Bei näherer Betrachtung konnte der Fremdkörper als eine unverdaute Frucht identifiziert werden. Auf gezieltes Nachfragen berichtete die Patientin nach der Operation, dass sie in den Tagen vor dem Spitaleintritt getrocknete Aprikosen gegessen hätte. Der postoperative Verlauf war bis auf einen kleinen Wundinfekt komplikationslos und die Patientin konnte am 10. Tag kostaufgebaut nach Hause entlassen werden.
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