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Metastasiertes Prostatakarzinom Behandlungsmöglichkeiten nach der Hormontherapie
Author(s) -
Aurelius Omlin,
Moritz Kälin,
Allan Templeton,
Marc Jungi,
Silke Gillessen,
HJ Graf,
Christian Rothermundt
Publication year - 2010
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2010.07229
Subject(s) - medicine , gynecology
Das Prostatakarzinom ist in der westlichen Welt der häufigste bösartige Tumor des Mannes. In der Schweiz wird jährlich bei mehr als 5000 Männern ein Prostata karzinom diagnostiziert, und mehr als 1300 Männer sterben jedes Jahr daran. Dem Urologen Charles Huggins wurde 1966 für die Entdeckung der wachstumsfördernden Wirkung von Androgenen, insbesondere Testosteron, auf Prostata karzinomzellen und der Wachstumshemmung durch Entzug der männlichen Sexualhormone der Nobelpreis für Medizin verliehen. Androgenentzug mittels Orchiek tomie oder GnRHAnaloga ist seither bei Patienten mit metastasiertem Prostatakarzinom die Therapie der ers ten Wahl. Ein frühzeitiger Hormonentzug führt gegen über dem verzögerten Therapiebeginn (erst bei Auf treten von Symptomen) zu einem kleinen, aber statistisch signifikanten Überlebensvorteil nach 10 Jah ren gemäss einer CochraneReview. Der Vorteil zeigt sich in einem längeren Überleben von 5,5% nach 10 Jahren bei frühzeitig behandelten Männern. Die Entscheidung bezüglich des Therapiebeginns wird individuell gefällt unter Berücksichtigung von Aggressi vität des Tumors (GleasonScore), Alter des Patienten und vorliegenden Komorbiditäten. Die Nebenwirkun gen des Hormonentzugs sollten ebenfalls berücksichtigt und mit dem Patienten besprochen werden: Neben Libidoverlust, erektiler Dysfunktion und Wallungen kann die Androgenablation zu Anämie, Osteoporose, kognitiver Dysfunktion, Fatigue, Muskelverlust und Erhöhung des kardiovaskulären Risikos führen [1]. Im Median tritt nach 20 Monaten eine Resistenz gegen den Androgenentzug auf, was sich meist am Anstieg des prostataspezifischen Antigens (PSA) ablesen lässt. Wenn trotz supprimiertem Testosteron (<1,7 nmol/l) das PSA steigt oder eine Tumorprogredienz dokumentiert wird, spricht man neu vom «kastrationsresistenten Prostatakarzinom» (früher: hormonrefraktäres Prostata karzinom). Der Hormonentzug mit GnRHAnaloga oder mittels beidseitiger Orchiektomie führt nicht zur vollstän digen Androgenblockade, da ein Teil des Testosterons von den Nebennieren gebildet wird. Durch Medikamente, die durch kompetitive Hemmung den Androgenrezeptor blockieren, sog. Antiandrogene, kann die Hormonthera pie ausgebaut werden (komplette Androgenblockade). Bei ca. einem Drittel der Patienten kommt es durch die zusätzliche Gabe eines Antiandrogens zu einem erneuten vorübergehenden PSARückgang (für weitere Informa tionen verweisen wir beispielsweise auf die ASCO Guidelines, www.asco.org). Im folgenden Artikel werden diagnostische, therapeutische und präventive Strategien beim kastrationsresistenten Prostatakarzinom be schrieben.

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