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Klinik, Lehre und Forschung
Author(s) -
M Gnädinger
Publication year - 2010
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2010.07132
Subject(s) - philosophy
Die ärztliche Tätigkeit steht auf drei Säulen. Es sind dies Klinik, Lehre und Forschung. Klinik ist, was wir tagtäglich in unserer Praxis leisten. Speziell an der hausärztlichen Tätigkeit ist die Arbeit im Tiefprävalenz-Bereich. Unsere Aufgabe besteht unter anderem darin, unter zwanzig «Grippepatienten» mit ähnlichen Symptomen jenen einzelnen zu entdecken, der an einer Pneumonie erkrankt ist. Unter zwanzig Patienten mit rezidivierenden linksseitigen Thoraxschmerzen jenen einen mit der koronaren Herzkrankheit. Und dabei sollten wir stets das Wohl des Einzelnen gegen die Interessen des Kollektivs abwägen, sprich technische Untersuchungen und teure Medikamente nur gezielt und damit wirtschaftlich indizieren. Lehre wird daraus, wenn wir versuchen, unsere Tätigkeit abzubilden und anderen weiter zu vermitteln. Dies kann im Rahmen von Qualitätszirkeln geschehen, wo wir uns mit unseren Kolleginnen und Kollegen treffen und vertieft über bestimmte klinische Probleme diskutieren, je nachdem mit oder ohne anwesenden Experten. Oder wir schreiben einen Fallbericht für diese Zeitschrift; wir bieten die Formate «Coup d’œil» für plakative bildlich darzustellende Sachverhalte und den «besonderen Fall», wo nicht-alltägliche oder überraschende Wendungen eines Falles dargestellt und mit der aktuellen Literatur in Bezug gesetzt werden können. Lehre findet auch in unseren Praxen statt. Wir zeigen Patienten (z.B. Diabetikern), wie sie bestimmte Verrichtungen korrekt vornehmen können. Wir instruieren unsere Praxisassistentinnen und Lehrtöchter. Und machen eventuell bei einem Praxisbesuchsoder Mentoring-Programm unserer Institute für Hausarztmedizin mit und helfen Medizinstudenten auszubilden. Schliesslich können wir nach einem entsprechenden Kurs auch Assistenzärzte im hausärztlichen Praktikum betreuen. Machen Sie mit, es lohnt sich nicht nur für die Auszubildenden! Und wie steht es nun mit der Forschung? Das ist doch, wenn die von irgendeinem Institut wieder mal einen mehrseitigen Bogen mit seltsamen Fragen schicken, die man neben der klinischen Arbeit auch noch irgendwann beantworten sollte! Oder das sind doch diese «Anwendungsbeobachtungen», die uns der Ärztebesucher für ein bestimmtes neues Medikament aufdrängen will! Nein, Forschung entsteht dort, wo Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen, beginnen, sich klinische Fragen zu stellen und versuchen, mögliche Antworten zu finden. Soll ich einen Patienten mit den klinischen Symptomen einer stabilen Angina pectoris und einer geschätzten Wahrscheinlichkeit einer koronaren Herzkrankheit von etwa 90% zum Herzkatheter schicken, oder ihn so behandeln, wie wenn die Krankheit gesichert wäre, und ihn nur bei therapeutischen Problemen ins Katheterlabor schicken? Wie wird der Patient vom Kardiologen behandelt: Bekommt er, wenn ich Diagnostik will, nur die Diagnostik oder gleich einen Stent, wenn möglich noch einen medikamentenbeschichteten? Um solchen Fragen vertieft nachgehen zu können, brauchen Sie Werkzeuge (und Zeit!). Wenn Sie HINKunde sind, können Sie über das Ovid-System Datenbanken wie die Medline abfragen und erhalten bei geschickter Stichwortwahl eine Auswahl von Arbeiten mit deren Zusammenfassung. Nun kommt das Problem: Die meisten Zeitschriften sind zwar elektronisch verfügbar, jedoch ist der Zugang meist kostenpflichtig. Sie können sich die Arbeiten als Photokopie oder als pdfFile in den Universitätsbibliotheken bestellen, das wird aber rasch ein teurer Spass und braucht auch Geduld. Wir am Zürcher Institut für Hausarztmedizin haben als Lehrund Forschungsärzte elektronischen Zugang zur Universitätsbibliothek und können somit in Minutenschnelle die meisten Arbeiten direkt aus dem Internet auf unseren Praxis PC laden. Deswegen: Werden Sie Lehrarzt, beteiligen Sie sich an Forschungsprojekten, Sie verbessern dadurch nicht zuletzt Ihre klinischen Fähigkeiten!

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