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Sinugene Meningitis bei Makroprolaktinom unter Dopamin-Agonisten
Author(s) -
S Berkmann,
H Landolt
Publication year - 2010
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2010.07122
Subject(s) - medicine
Ein 62-jahriger Patient stellte sich auf unserem Notfall mit frontalen Kopfschmerzen und einer akut aufgetretenen Diplopie vor. Schon uber mehrere Jahre hinweg bemerkte er einen Libidoverlust. Die klinische Untersuchung ergab eine bitemporale Hemianopsie und eine rechtsseitige Abducens-Parese. Der Visus war mit 0,5 rechts bzw. 0,6 links reduziert. Im MRT zeigten sich eine sellare Raumforderung mit Wachstum nach supraund parasellar (Abb. 1Ax) sowie Hinweise auf eine akute Pansinusitis (Abb. 1B x). Im CT konnte eine Arosion des Sellabodens mit Tumorwachstum in den Sinus sphenoidalis nachgewiesen werden (Abb. 2 x). Laborchemisch fand sich eine massive uber 70fache Prolaktin-Erhohung (750 mg/l [<10 mg/l]); die ubrigen Hypophysenachsen waren intakt. Bei Verdacht auf ein invasives Makroprolaktinom wurde die Therapie mit dem Dopamin-Agonisten Cabergolin, einerseits zur praoperativen Tumorvolumenreduktion, andererseits zur Senkung des Prolaktinspiegels begonnen. Aufgrund von leicht erhohten Infektparametern und subfebrilen Temperaturen wurde die Sinusitis mittels Amoxicillin-Clavulansaure zeitgleich behandelt. Nach Sanierung des Infekts sollten eine transsphenoidale Tumorresektion und der Verschluss der Schadelbasis stattfinden. Am dritten Tag der Cabergolin-Therapie wurde der Patient zunehmend somnolent, hatte einen Meningismus und Fieber bis 39 °C. Die Liquoranalyse liess bei granulozytarer Pleozytose, niedrigem Glukoseund erhohtem Laktatspiegel eine bakterielle Meningitis vermuten, ein Erreger konnte jedoch auch im Verlauf nicht gefunden werden. Die Antibiose wurde gleichentags auf Ceftriaxon und Rifampicin umgestellt und die Cabergolin-Therapie pausiert. Zur Fokussanierung wurde eine notfallmassige Entlastung des Sekretstaus mittels Eroffnung der Keilbeinhohle durch die HNO-Kollegen durchgefuhrt. Hier konnte Tumorgewebe neben eitrig-entzundlich veranderter Schleimhaut dargestellt, jedoch kein Liquoraustritt gefunden werden. Die Meningitis heilte ohne bleibende Folgen fur den Patienten aus. Die Cabergolin-Therapie wurde wieder verordnet, der Tumor uber einen transsphenoidalen Zugang reseziert und eine Rekonstruktion des Sella-Bodens komplikationsfrei durchgefuhrt. Der Patient konnte nach unauffalliger postoperativer Uberwachung, mit normalen Prolaktinwerten und in ophthalmologisch unauffalligem Zustand nach Hause entlassen werden.

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