Kardiovaskuläre Nebenwirkungen der modernen medikamentösen Krebstherapie
Author(s) -
S Zbinden,
M Bühlmann,
S Aebi,
T. Suter
Publication year - 2010
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2010.07095
Subject(s) - medicine
Die Mortalität der meisten malignen Erkrankungen hat über die vergangenen zwei Jahrzehnte kontinuierlich abgenommen, unter anderem dank verbesserten medi kamentösen Therapien. Neben den klassischen zyto toxischen Krebsmedikamenten und den endokrinen Therapien werden seit einigen Jahren auch Signalinhi bitoren verwendet. Diese werden in Ergänzung zu oder anstelle von zytotoxischen Chemotherapeutika eingesetzt. Sowohl Zytostatika als auch Signalinhibitoren können kardiovaskuläre Nebenwirkungen wie myokardiale Dys funktion, Ischämie, arterielle Hypertonie, Thrombosen und Arrhythmien verursachen, die vor allem in der vorbeugenden, sogenannt adjuvanten Therapie wichtig werden (Tab. 1p). Die Häufigkeit dieser Nebenwirkun gen nimmt zu, weil Krebspatienten heute länger über leben und zunehmend älter werden, die Signalinhibitoren Überlebensfaktoren auch in NichtKrebszellen hemmen und die onkologische Therapie oft langfristig verab reicht wird. Dieser Artikel beschreibt kardiovaskuläre Nebenwirkungen neuer Onkologika, wobei wir auch kurz auf die zytotoxischen Chemotherapeutika und die endokrine, onkologische Therapie eingehen. Die pathophysiologischen Mechanismen der kardiovas kulären Nebenwirkungen sind vielfältig und teilweise wenig erforscht. Die kardiale kontraktile Dysfunktion beispielsweise scheint zwei verschiedene Ursachen zu haben: einerseits eine irreversible Schädigung der Herz muskelzellen, die zu progressiver Herzinsuffizienz mit meist schlechter Prognose auch Jahre nach der Chemo therapie führen kann (auch Typ1Kardiotoxizität ge nannt, typisch für Anthrazykline), anderseits eine meist passagere Kontraktilitätsverminderung mit wahrschein lich guter Prognose (Typ2Kardiotoxizität), typisch für Signalinhibitoren [1]. Allerdings fehlen bei der erst in den vergangenen Jahren beobachteten Typ2Kardio toxizität Langzeitverläufe. Ähnlich komplex und wenig erforscht sind die Pathophysiologie der durch Angio geneseInhibitoren induzierten Hypertonie und die Thromboembolien.
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