Angiologie: Aspirin® bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit ein Irrtum?
Author(s) -
I Baumgartner
Publication year - 2010
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2010.07053
Subject(s) - medicine , aspirin
In der Sekundärprävention arteriosklerotischer Gefässerkrankungen ist belegt, dass die Vorteile einer Aspirin®-Gabe die Nachteile relevant überwiegen und niedrig dosiertes (75–325 mg) Aspirin® (Azetylsalizylsäure) die Rate ernster kardiovaskulärer Ischämieereignisse (kardiovaskulärer Tod, Myokardinfarkt, Schlaganfall) um ein Viertel reduzieren kann. Die Empfehlung einer Aspirin®-Behandlung für Patienten mit symptomatischer peripherer arterieller Verschlusskrankheit (PAVK) wurde auf der Basis von Metaanalysen der «Antithrombotic Trialist Collaboration» in internationale Therapierichtlinien aufgenommen. Allerdings wurden in fast zwei Drittel der eingeschlossenen randomisierten PAVK-Studien andere Plättchenhemmer als Aspirin® untersucht [1]. Diskussionen über eine unzureichende Wirksamkeit von Aspirin® bei Patienten mit PAVK im Vergleich zu Patienten mit koronarer oder zerebrovaskulärer Verschlusskrankheit entstanden mit den Resultaten der randomisierten, verblindeten CAPRIE-(clopidogrel versus aspirin® in patients at risk of ischaemic events-) Studie. In der CAPRIE-Studie wurden die beiden Plättchenhemmer Aspirin® und Clopidogrel einem direkten Vergleich bei Patienten mit symptomatischer Atherosklerose (koronare, zerebrovaskuläre, periphere arterielle Verschlusskrankheit) unterzogen. Es wurde ein knapp signifikanter Vorteil für Clopidogrel gezeigt (relative Risikoreduktion [RRR] von 8,7% zugunsten von Clopidogrel [95%-Cl: 0,3–16,5; p = 0,043]), wozu aber eine Studiengrösse von mehr als 19000 eingeschlossenen Patienten nötig war. Während die «number needed to treat» (NNT) für die Gesamtpopulation von 53 für Aspirin® auf 42 für Clopidogrel gesenkt werden konnte, betrug die NNT in der 6452 Patienten starken PAVKSubgruppe 91 für Aspirin® und 43 für Clopidogrel (RRR 23,8%) [2, 3], d.h., der Vorteil von Clopidogrel in der CAPRIE-Studie war ganz wesentlich durch das schlechte Ansprechen der PAVK-Patienten auf Aspirin® mitbegründet.
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