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Gynäkologie/Geburtshilfe: Frauenheilkunde quo vadis?
Author(s) -
D Surbek
Publication year - 2009
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2009.07039
Subject(s) - medicine
Das Fachgebiet der Frauenheilkunde befindet sich in einer rasanten Entwicklung. Dafür sind im Wesent lichen zwei Hauptfaktoren verantwortlich: Erstens die zunehmende Spezialisierung in die drei Teilgebiete des Faches und zweitens die zunehmende Feminisierung des Nachwuchses. Beide Entwicklungen sind in der Medizin nicht neu, sie führen jedoch zu einer derzeit äusserst dynamischen Entwicklung in Gynäkologie und Geburtshilfe. Die Subspezialisierung in die drei Teil gebiete Gynäkologie und gynäkologische Onkologie, Ge burtshilfe und fetomaternale Medizin sowie Reproduk tionsmedizin und gynäkologische Endokrinologie ist mittlerweile an den Universitätsfrauenkliniken der Schweiz fest etabliert. Vier von den fünf universitären Zentren sind bereits jetzt mit zwei ordentlichen Profes suren für Gynäkologie und Geburtshilfe mit den ent sprechenden Schwerpunkten ausgestattet, die fünfte Universitätsfrauenklinik wird zurzeit strukturell neu gestaltet. Diese Subspezialisierung ist nicht nur an den universitären Zentren, sondern zunehmend auch an den grossen Kantonsspitälern eingetreten. Sie führt nicht zuletzt auch zu einer intensiveren Zusammenar beit mit angrenzenden Fachgebieten: So haben sich in terdisziplinäre spezialisierte Behandlungszentren ge bildet. Als Beispiele dafür seien die Perinatalzentren (mit direkt angegliederter neonatologischer Intensivsta tion) und die interdisziplinären Brustzentren genannt, welche definierten Qualitätskriterien (die unter ande rem auch Fallzahlen beinhalten) genügen müssen. Gleichzeitig führt dies zu neuen Herausforderungen für die Generalisten des Faches, zu denen der Grossteil der praktizierenden Gynäkologinnen und Gynäkologen ge hören. Einerseits werden sie dadurch für gewisse spe zialisierte Therapien zunehmend mit den etablierten Zentren zusammenarbeiten und andererseits werden sie auch vermehrt im Basisversorgungsbereich des Fachbereichs Gynäkologie und Geburtshilfe gefordert. Dieser Entwicklung wurde bei der Revision der Weiter bildungsordnung zum Facharzt FMH für Gynäkologie und Geburtshilfe, die vor zwei Jahren in Kraft getreten ist, Rechnung getragen. Dabei wurde die fünfjährige Weiterbildung zum FMH Gynäkologie und Geburtshilfe im Bereich der operativen Tätigkeit redimensioniert. Es wurde ein zusätzlicher Schwerpunktstitel «Operative Gynäkologie und Geburtshilfe» geschaffen, welcher drei weitere Jahre beansprucht. Die Subspezialisierun gen «Geburtshilfe und fetomaternale Medizin», «Gynä kologie und gynäkologische Onkologie» sowie «Repro duktionsmedizin und gynäkologische Endokrinologie» wurden inhaltlich angepasst. Die neue Struktur des Facharzttitels FMH Gynäkologie/Geburtshilfe und sei ner Schwerpunkte beginnt nun zu greifen. Die Assis tenzärztinnen und Assistenzärzte in Weiterbildung ha ben jetzt schon früher die Möglichkeit, sich nach den eigenen Wünschen und Vorstellungen hinsichtlich ihrer späteren Berufstätigkeit im Fachbereich auszurichten. Dies ist insbesondere auch hinsichtlich der zweiten ausgeprägten Entwicklung in unserem Fach wichtig, nämlich der zunehmenden Feminisierung des Faches. Mittlerweile sind 80% des Nachwuchses Ärztinnen. Die Karriereförderung unter anderem durch Schaffung von Möglichkeiten der Teilzeitarbeit im Rahmen der Weiter bildung und unter Berücksichtigung der Vorstellungen und Wünsche hinsichtlich Subspezialisierung und hin sichtlich einer späteren Tätigkeit in Klinik, spezialisier tem akademischem Zentrum oder Praxis ist dabei ganz wesentlich. Hier sind die Ausbildungskliniken generell und die Universitätskliniken im Speziellen gefordert, entsprechende Karrieremodelle zu entwickeln und um zusetzen. Damit kann dem Fachgebiet Gynäkologie/ Geburtshilfe langfristig eine hohe Attraktivität für den überwiegend weiblichen Nachwuchs gesichert werden.

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