Meniskustransplantation experimentelle Chirurgie oder doch mehr?
Author(s) -
C Mauch,
W Siepen,
NF Friederich
Publication year - 2009
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2009.07003
Subject(s) - medicine
Die Kniegelenksmenisken spielen eine wichtige Rolle in der Biomechanik des Kniegelenks. Neben einer Pufferfunktion vergrössern sie die Kontaktfläche zwischen Femur und Tibia, was sich günstig auf die Lastverteilung auswirkt. Daneben haben die Menisken eine unterstützende Wirkung auf die Stabilisierung des Kniegelenks und spielen eine Rolle in der Lubrikation des Knorpels. In der Meniskuschirurgie vermeidet man heutzutage, den gesamten Meniskus zu entfernen. Je nach Risslokalisation und Rupturmorphologie werden Meniskusverletzungen durch eine Naht refixiert, oder die lädierten Meniskusanteile werden sparsam herausgeschnitten. Eine meniskuserhaltende Operation ist allerdings lediglich in 5% der Fälle möglich. Bei komplexen Meniskusverletzungen oder Versagen einer Meniskusnaht kann es notwendig sein, grosse Teile oder sogar den gesamten Meniskus zu entfernen. Die komplette Entfernung eines Meniskus führt oft zu Dysfunktion und Schmerzen im Kniegelenk. Ausserdem führt der Verlust des Meniskus zu einer Stresskonzentration in den zentralen Anteilen des betroffenen tibiofemoralen Kompartiments. Längerfristig kommt es aufgrund der erhöhten Belastung zu degenerativen Veränderungen mit der Entwicklung einer Sekundärarthrose. Vor allem bei jüngeren symptomatischen Patienten nach subtotaler oder totaler Meniskektomie steht man oft vor einem therapeutischen Dilemma. Auf der einen Seite haben diese Patienten therapierelevante Symptome, auf der anderen Seite sind sie für einen endoprothetischen Gelenkersatz zu jung. Aus diesem Dilemma heraus ist die Idee für den Einsatz von Meniskus-Allografts entstanden. Durch den transplantierten Meniskus sollen die normalen Kontaktkräfte im Kniegelenk wiederhergestellt werden und dadurch die Schmerzen gelindert und eine weitere Knorpeldegeneration verhindert werden. Die ersten Meniskustransplantationen wurden bereits 1984 von Milachowski durchgeführt. Aktuell wurden weltweit über 800 Meniskus-Allografts transplantiert. Wir haben am Kantonsspital Bruderholz Anfang 2007 die ersten Meniskustransplantationen mit der Unterstützung von Prof. Dr. med. R. Verdonk, der in Europa die grösste Erfahrung auf diesem Gebiet aufweisen kann, durchgeführt.
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