Hypertonie und Diabetes
Author(s) -
R Stöckli,
Lukas Zimmerli
Publication year - 2009
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2009.06916
Subject(s) - diabetes mellitus , medicine , endocrinology
Sowohl Diabetes mellitus als auch die arterielle Hypertonie sind Hauptrisikofaktoren fur die Atherosklerose. Die beschleunigte Atherosklerose wird massgeblich durch die endotheliale Dysfunktion begunstigt. Diese ist Folge eines gestorten Metabolismus, bestehend aus chronischer Hyperglykamie, Dyslipidamie und Insulinresistenz (Abb. 1x). Diabetes beeinflusst die Funktion von verschiedenen Zellund Gewebetypen negativ: Endothel, glatte Muskulatur und Thrombozyten. Das Endothel, die innere Schicht der Gefasse, wirkt als metabolisch aktive Schaltstelle zwischen Blut und Gewebe und moduliert Blutfluss, Gerinnung, Ernahrung und Leukozytendiapedese [7]. Bioaktive Substanzen mit Einfluss auf Gefassfunktion und -struktur werden produziert: Prostaglandine, Endothelin, Angiotensin II und Stickoxide. Stickoxid (NO) dilatiert Gefasse und vermittelt einen Grossteil der Endothelinkontrolle auf die Gefassdilatation, hemmt die Thrombozytenaktivierung, reduziert die Leukozytenadhasion an und die Migration durch die Gefasswand und reduziert die Proliferation der glatten Muskulaturzellen und deren Migration [8, 9]. Diabetes mellitus beeintrachtigt diese endothelabhangige, NO-vermittelte Vasodilatation. Die Pravalenz der koronaren Herzkrankheit (KHK) ist bei Diabetes mellitus stark erhoht und betragt bis zu 55%, verglichen mit 2–4% in der Allgemeinbevolkerung [10]. Patienten mit Diabetes, aber ohne bekannte KHK (zumindest in der untersuchten finnischen Population) weisen ein ebenso hohes Risiko fur einen akuten Myokardinfarkt auf wie nichtdiabetische Patienten mit einer bekannten KHK [11]. Bei gleichzeitigem Bestehen sowohl eines Diabetes mellitus als auch einer Hypertonie ist das Risiko einer KHK deutlich hoher als bei Bestehen eines Risikofaktors allein. In der PROCAM-Studie lag die Inzidenz einer KHK uber 4 Jahren in der Gruppe ohne Risikofaktoren bei 6/1000, bei Hypertonie oder Diabetes bei 14/1000 und bei gleichzeitiger Hypertonie und Diabetes bei 48/1000 [12]. Aufgrund der diabetischen Neuropathie kann die Wahrnehmung ischamischer Schmerzen vermindert sein, was zu einer hohen Pravalenz von stummen Ischamien fuhrt. Diabetes mellitus und Hypertonie sind die haufigsten Ursachen einer terminalen Niereninsuffizienz. Jeder CURR I CULUM
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