Endokarditisprophylaxe bei transurethraler Kathetereinlage? Replik
Author(s) -
W. Brunner,
Paolo Bonetti,
Frédérique Fleisch,
Thomas Gasser,
LV Schürch
Publication year - 2009
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2009.06765
Subject(s) - political science
Den Autoren gebührt Dank, dass sie dem wenig spektakulären, aber im klinischen Alltag sehr relevanten Thema des transurethralen Katheterismus einen lesenswerten, mit zahlreichen praktischen Tipps versehenen Beitrag gewidmet haben. Zu Recht warnen sie vor nichtindizierten Antibiotikatherapien, die nur in seltenen Fällen (2–4%) von symptomatischen Infekten angebracht seien. Überraschend und nicht verständlich sind dann allerdings einige in der Tabelle 2 aufgelistete angebliche «Indikationen zur Antibiotikaprophylaxe» wie «hohes Alter», «Nikotinabusus» oder «lange Hospitalisation». Auch die «Endokarditisprophylaxe (Herzklappen)» führen sie als Indikation zur prophylaktischen Antibiotikagabe an. Dies entspricht weder den alten (grünen und roten) noch erst recht den neuen, soeben von der Schweizerischen Herzstiftung veröffentlichten (orangen) Empfehlungen zur Endokarditisprophylaxe, die den amerikanischen Richtlinen angeglichen wurden. Diese neuen Richtlinien haben sowohl bezüglich Herzkrankheiten wie auch bezüglich Manipulationen ein viel engeres Indikationsspektrum. Die – nicht evidenzbasierte – Endokarditisprophylaxe sollte nun nicht noch päpstlicher als von den (kardiologischen und infektiologischen) Päpsten gehandhabt werden!
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