Urethritis. Erregerspektrum, Abklärung und Therapie Teil 1
Author(s) -
U Kälin,
U Lauper,
Stephan Lautenschlager
Publication year - 2009
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2009.06739
Subject(s) - urethritis , medicine
kontrolle bei Fluor. Ebenfalls können chemische (z.B. Desinfizientien, Seifen) oder lokale Ursachen wie kongenitale Anomalien, Phimosen, Neoplasien von einer nichtinfektiösen Urethritis begleitet sein. Im Folgenden wird jedoch ausschliesslich auf die infektiöse Urethritis, auf deren Erregerspektrum, die notwendigen Abklärungsschritte und Therapiemassnahmen eingegangen. Traditionell wird die infektiöse Urethritis in zwei Gruppen eingeteilt: in die durch Gonokokken hervorgerufene Urethritis (GU) und die sogenannt nichtgonorrhoische Urethritis (NGU) – eine Gruppe von Infektionen ähnlicher Symptomatik mit damals unklarer, heterogener und schwer bestimmbarerÄtiologie.DieseEinteilung isthistorischentstanden, um die NGU gegenüber der viel besser erforschten und gravierenderen gonorrhoischen Urethritis abzugrenzen. Die NGU, früher auch unspezifische Urethritis genannt, war neben der Gonorrhoe vergleichsweise selten, übertrifft jedoch heute deren Inzidenz bei weitem. Für 2005 wurde geschätzt, dass in den USA jährlich 2,8 Mio. Chlamydien-Neuinfektionen sowie etwa 7 Gonokokkeninfektionen auftreten. Bezüglich anderer Urethritiserreger können keine Daten erhoben werden, da hierfür keine Meldepflicht besteht. In der Schweiz besteht eine Labormeldepflicht für Chlamydienund Gonokokkeninfektionen, die 2006 5812 bzw. 901 Fälle ausmachten. Für die Gonorrhoe, die seit 1996 in der Schweiz jährlich zunimmt, bedeutet dies fast eine Vervierfachung in der letzten Dekade. Die Chlamydieninfektionen haben sich seit 1999–2006 knapp verdreifacht. Paget et al. [2] gehen jedoch von einer beträchtlich höheren Prävalenz aus, da sowohl bei Frauen wie auch bei Männern die Infektion häufig asymptomatisch verlaufen kann. Als typische Beschwerden gelten jedoch Ausfluss, Algurie und eventuell Juckreiz. Frauen berichten gelegentlich über verstärkte Schmerzen während der Menstruation. Obwohl die meisten Urethritiden heute bei Früherkennung antibiotisch einfach zu behandeln sind, können insbesondere bei der Gonorrhoe ernsthafte Komplikationen assoziiert sein (Tab. 2p). Neben Infertilität, Extrauteringravidität und aufsteigender Infektion bis zum Befall des gesamten Beckens (PID) können während des Geburtsvorgangs auch Neugeborene infiziert werden (Konjunktivitis, Iritis, Otitis, Pneumonie) [3]. Einleitung
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