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Intensivmedizin: Sepsis-Leitlinien 2008
Author(s) -
Martin Siegemund,
Hans Pargger
Publication year - 2009
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2009.06701
Subject(s) - sepsis , medicine
zum Beispiel die Einstellung des Blutzuckers auf Nüchternwerte, an Kongressen und in der Literatur mit zum Teil beinahe religiösem Eifer diskutiert. Ein Hauptkritikpunkt an den in ihrer Absicht sicher guten Leitlinien war, dass die Firma Eli Lilly, die Herstellerin des in den Leitlinien empfohlenen aktivierten Protein-C-Präparats, 90% der finanziellen Unterstützung der SSC bestritt und damit bei der Erstellung von Teilbereichen der Leitlinien offensichtlich ein Interessenkonflikt bestand [5, 6]. Die Leitlinien stützten sich hauptsächlich auf Anfang dieses Jahrzehnts veröffentlichte randomisierte und kontrollierte Studien (RCT) zu allgemein unterstützenden Therapien. Diese untersuchten auch nichtseptische Patientengruppen [7, 8] und wiesen eine aussergewöhnlich hohe Mortalität in der Kontrollgruppe auf [9], oder konnten erst in Subgruppenanalysen einen Effekt zeigten [1]. Dies führte dazu, dass wichtige, unmittelbar die schwere Sepsis betreffenden Therapien wie Herdsanierung, Antibiotika, Volumenund Katecholamintherapie, die sich einer direkten, randomisierten Überprüfung entziehen, einen geringeren Grad an Evidenz erhielten als «nur» unterstützende Intensivtherapien mit dem Siegel der randomisierten kontrollierten Evidenz. Um dieser Kritik und den inzwischen neu zur Verfügung stehenden evidenzbasierten Daten Rechnung zu tragen, wurden Anfang 2008 neue SSC-Leitlinien zur Sepsistherapie veröffentlicht [10]. Durch die Einführung einer neuen Systematik zur Bewertung der wissenschaftlichen Evidenz, dem sogenannten «Grades of Recommendation, Assessment, Development and Evaluation-(GRADE-)System» [11] werden einzelne Therapiemassnahmen völlig neu gewichtet (Tab. 1p), und der Leser hat die Möglichkeit, die im Gremium geführten, offensichtlich kontroversen Diskussionen zu einzelnen Behandlungsaspekten und deren Nachteilen nachzuvollziehen. Konnte zu gewissen Themen, wie zum Beispiel zur Indikation von aktiviertem ProteinC, der Kortikosteroidtherapie oder zur selektiven Darmdekontamination kein Konsens gefunden werden, wurden die Abstimmungsergebnisse der Kommissionsmitglieder im Anhang zugänglich gemacht. Darüber hinaus werden in diesen Leitlinien ursächlich die Sepsis betreffende Massnahmen von nur unterstützenden Therapien deutlich unterschieden. Auch wurden Massnahmen mit harter (Recommendation) von solchen «Es irrt der Mensch, so lang er strebt» Johann Wolfgang von Goethe, Faust I, Prolog im Himmel

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