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Kardiologie: Juwelen der Interventionellen Kardiologie
Author(s) -
Bernhard Meier
Publication year - 2008
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2008.06688
Subject(s) - medicine
über 100 komplexe Bewegungen pro Minute ausführen und soll dabei weder den Fluss behindern noch undicht werden. Sogar das Risiko des späteren Verrutschens besteht, wiederum im Gegensatz zum Koronarstent. Dass die Schweiz untypischerweise fünf Jahre zugewartet hat, die Methode einzuführen, war gerechtfertigt. Auch heute sind die beiden Klappenmodelle (Abb. 1 x) noch verbesserungsbedürftig und der Eingriff bezüglich Verlässlichkeit und Langzeitresultat der chirurgischen Standardtherapie nicht ebenbürtig. Fortlaufende Verbesserungen lassen indes erwarten, dass die Indikationen sich kontinuierlich von chirurgisch zu nichtchirurgisch verschieben werden und in zehn Jahren der offene Aortenklappen ersatz nur noch bei komplexen Fällen mit zusätzlichen Korrekturbedürfnissen notwendig sein wird. Irgendwann wird die Mitralklappe folgen. Die Koronarangioplastie zeigte in den letzten Monaten insgesamt einen Rückgang um einige Prozent. Nach wie vor werden in der Schweiz jährlich knapp 40000 Koronarangiographien hergestellt und knapp 20000 Patienten koronardilatiert. Der Stent gehört heute fest zur Koronardilatation, obschon er nur bei einer Minderzahl der Patienten wirklich nötig wäre. Die aktiven medikamentbeschichteten Stents hatten in ihrem Verdrängungskampf gegenüber den konventionellen Stents wegen etwas häufigeren Spätproblemen vorübergehend Terrain eingebüsst. Gegenwärtig machen sie in der Schweiz wieder etwa 80% aller Stents aus, und die Tage der konventionellen Stents sind gezählt. An beiden Indikationsfronten der Koronarangioplastie (gegenüber konservativer Therapie auf der einen und chirurgischer Revaskularisation auf der anderen Seite) sind in den letzten Monaten Daten publiziert worden, welche die Koronardilatation als kaum je indiziert bezeichnen. Gegenüber der konservativen Therapie wird dabei sträflich ausser acht gelassen, dass es nicht nur für die Psyche des Patienten besser ist, wenn er nach Behebung eines Problems noch am Leben ist und wenig oder keine Beschwerden hat, als wenn er ebenfalls noch am Leben ist und wenig oder keine Beschwerden hat, aber das Problem noch nicht behoben ist. Gegenüber der Chirurgie hinkt die Beweisführung ebenfalls, wenn nur darauf geachtet wird, ob die Patienten überleben und keine kardialen Ereignisse hatten. Eine offene Herzoperation umgangen zu haben, ist ein Vorteil in verschiedener Hinsicht, der in diesen Vergleichen aber nicht quantifiziert wird. VerDer kathetergestützte Ersatz der Aortenklappe hat über fünf Jahre gebraucht, um den Weg zu uns zu finden (welterster Eingriff am 6. April 2002 in Rouen, Frankreich, erster Eingriff in der Schweiz am 14. August 2007 in Bern). Jetzt ist er definitiv da. Erstmals im Jahre 2008 wurde mehr über diese Technik gesprochen als über die nunmehr 31-jährige Koronarangioplastie (erster Eingriff am 16. September 1977 in Zürich). Zwar wird letztere auch in Zukunft zahlenmässig dominieren. Der nichtchirurgische Klappenersatz ist indes spektakulärer. Es muss ein relativ grosses Gerät eingebracht werden, und dieses Gerät muss langfristig funktionieren. Ein Koronarstent ist ein einfaches Implantat, das durch seine Gestalt Intimadissekate nach einer Ballondehnung an die Wand heftet und gleichzeitig das Lumen maximal weit hält. Nach einigen Woche sollte er überwachsen sein, worauf man ihn vergessen kann, da er nicht mehr funktionieren muss und demnach auch nicht fehlfunktionieren kann (die seltenen späten Stentthrombosen ausgenommen). Ganz anders verhält es sich mit einer neuen Herzklappe. Sie muss fortan unter Druckbelastung bis

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