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Insulin: «back to the future»
Author(s) -
Gérard Waeber
Publication year - 2008
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2008.06660
Subject(s) - insulin , medicine
Insulintherapie schon sehr früh bei Diagnosestellung und nicht erst wie üblich später im Krankheitsverlauf [3]. In einer randomisierten multizentrischen Studie aus China wurde eine Frühbehandlung mit Insulin als Basis-BolusSchema oder über Insulinpumpe mit der üblichen Behandlung mit oralen Antidiabetika (Metformin und/oder Sulfonylharnstoff) verglichen. Die Fragestellung der Studie war, ob die frühzeitige Insulinbehandlung nach einem Jahr die Chance einer Remission des Diabetes verbessern würde. Das Resultat war eindrucksvoll: bei 44,9% der Patienten mit 2bis 5-wöchiger Basis-BolusInsulintherapie und bei 51,1% der Patienten mit Insulinpumpe konnte eine Remission festgestellt werden. Patienten unter oralen Antidiabetika erlebten demgegenüber nur in 26,7% der Fälle eine Remission. In der Insulingruppe blieb nach einem Jahr die glukoseinduzierte Insulinsekre tion weitgehend bewahrt. Die Resultate dieser Studie bestätigen die vorläufigen Beobachtungen früherer Studien. Das Prinzip der frühzeitigen Insulinbehandlung besteht darin, die Betazelle mittels Insulinbehand lung während mehrerer Wochen oder Monate ruhigzustellen. Damit wird die durch Hyperglykämie verursachte Funktionsstörung (Glukotoxizität) der Betazelle vermindert. Möglicher weise übt das Insulin auch eine entzündungshemmende Wir kung auf die endokrinen Pankreaszellen aus. Was auch immer die pathophysiologischen Mechanismen sind, welche die Betazellen schützen, diese chinesische Studie beschreibt eine innovative Strategie zur Erhaltung der pankrea tischen Betazellfunktion und könnte in Zukunft einen Einfluss auf das Management des Typ-2Diabetes haben. Zuvor müssen diese Resultate jedoch in der westlichen Bevölkerung bestätigt und die Dauer der Remission des Typ-2-Diabetes gemessen werden. Das gute alte Insulin bleibt also ein Star der Glukosehomöostase. Sein Einsatz muss möglicherweise schon zu einem viel früheren Zeitpunkt im Krankheitsverlauf des Typ-2-Diabetes in Betracht gezogen werden. Geben Sie in «Google» das Stichwort «Insulin» ein, und Sie werden feststellen, dass dem guten alten Insulin eine internationale Starrolle zukommt: Mit über 228 Ergebnistreffern liegt es zwar hinter Céline Dion, aber deutlich vor Johnny Hallyday (31 Treffer). Das Insulin verdient daher nach wie vor unsere Aufmerksamkeit. Insulin bleibt die beste Behandlung für den Typ-1Diabetiker und ist gewöhnlich die Therapie der Wahl, wenn die üblichen oralen Antidiabetika bei einem Typ-2-Diabetiker nicht mehr wirken. Diese Feststellung wurde vor kurzem in einer im New England Journal of Medicine veröffentlichten klinischen Vignette illustriert. In dieser Vignette wird der Fall einer 55-jährigen Patientin mit Typ-2-Diabetes beschrieben, deren Glukose ein stellung mit Metformin und Sulfonylharn stoffen nicht mehr kontrolliert werden konnte [1]. Drei alternative Behandlungen wurden vorgeschlagen: Zusatz von Pioglitazon, Exenatid (GLP-1-Agonist) oder ein intermediär wirkendes Insulin (NPH) vor dem Schlafengehen. Diese Alternativen wurden den Lesern des New England Journal of Medicine im Rahmen eines internationalen Wahlverfahrens unterbreitet, an dem insgesamt 6455 Leser teilgenommen haben. Die im Februar 2008 veröffentlichten Resultate haben gezeigt, dass Ärzte in Australien, Afrika, Südamerika und Europa mit zwischen 54 und 68% der Stimmen die Einführung einer Insulinbehandlung stark bevorzugen [2]. Auch die Leser aus Nordamerika, Asien und Russland haben die Insulinbehandlung bevorzugt, allerdings in einem geringeren Prozentsatz (46% der Stimmen). Die Glitazonbehandlung wurde von 21% bzw. 37% der Leser gewählt, und 8% bzw. 31% zogen eine Therapie mit GLP-1-Agonisten vor. Nicht überraschend wurde in Afrika vor allem Insulin, und nur selten eine relativ neue Behandlung wie Exenatid, gewählt. Insulin stellt damit eine weltweit akzeptierte Therapie bei ungünstigem Verlauf eines Typ-2-Diabetes dar. Ende Mai dieses Jahres wurde in Lancet ein innovatives Konzept für die Behandlung des Typ-2Diabetes vorgestellt, nämlich das Einleiten einer

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