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Präoperative Diagnostik und chirurgische Therapie von Epilepsien
Author(s) -
Martin Kurthen,
Thomas Grünwald,
HJ Huppertz
Publication year - 2008
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2008.06635
Subject(s) - medicine , gynecology
gung zu epileptischen Anfällen zugrunde, während bei symptomatischen Epilepsien die Anfälle Ausdruck einer Hirnerkrankung (Missbildung, Entzündung, Tumor, Gefässmissbildung, Trauma) sind. Die meisten idiopathischen Epilepsien sind «generalisiert», d.h. die hypersynchrone Hirn aktivität betrifft unmittelbar das ganze Gehirn. Demgegenüber sind symptomatische Epilepsien meist «fokal» in dem Sinne, dass die Anfälle einen herdförmig umschriebenen Ursprungsort im Gehirn aufweisen, typischerweise im Bereich der meist ebenfalls fokalen Läsion. Als «kryptogen» werden Epilepsien mit dem klinischen Erscheinungsbild symptomatischer Epilepsien, jedoch ohne Nachweis einer zugrundeliegenden Läsion bezeichnet. Für alle Epilepsieformen gilt, dass nicht nur das gesundheitliche Handicap durch die Anfälle selbst, sondern auch die sozialen Folgen des Anfallsleidens wie berufliche Einschränkungen, Fahruntauglichkeit, sozialer Rückzug und die häufige psychiatrische Komorbidität (insbesondere depressive Störungen) die Lebensqualität der Betroffenen zum Teil beträchtlich mindern. Die moderne antikonvulsive Pharmakotherapie führt heute bei 60–80% der Patienten zu einer zufriedenstellenden Anfallskontrolle bei fehlenden oder tolerablen Nebenwirkungen der Medikation. Lässt sich ein solcher Erfolg nicht erzielen, spricht man von «Pharmakoresistenz», umgangssprachlich auch von «Therapieresistenz» bzw. von «schwer behandelbaren Epilepsien». Sobald eine Pharmakoresistenz erwiesen ist, sollte die Frage nach der Indikation einer kura tiven chirurgischen Therapie gestellt werden. Dabei steht die operative Behandlung nicht als ultima ratio am Ende von Jahre oder gar Jahrzehnte währenden medikamentösen Therapiewechseln. Die Epilepsiechirurgie stellt heute eine wohletablierte, hochwertige Behandlungsform dar, die frühzeitig im Krankheitsverlauf erwogen werden sollte. Der weltweit einstimmig berichtete gute Erfolg dieser Behandlung ist mittlerweile auch in einer randomisierten Studie belegt worden [1]. Eine Therapie resistenz, die Anlass zur Erwägung einer operativen Therapie geben sollte, wird heute konstatiert, wenn zwei Pharmakotherapien der ersten Wahl (zwei Monotherapien oder eine Monound eine Kombinationstherapie) in ad-

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