Schlaganfälle sind mehr als nur eine Halbseitenlähmung: kognitive Stroke-Syndrome und -Symptome
Author(s) -
Daniel Eschle,
F Gysi,
W. Jenni
Publication year - 2008
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2008.06580
Subject(s) - medicine
hinderung meist als Ausdruck der körperlichen Residuen in Form einer Hemiparese aufgefasst. Mit dieser Übersichtsarbeit möchten wir angehende sowie prak tizierende Hausärzte und -ärztinnen dafür sen sibilisieren, dass auch nicht somatische Symptome und Syndrome – wir ver wenden hier den Begriff «kognitive StrokeSyndrome und -Symptome» – beim Schlaganfall eine eminent wichtige Rolle spielen, besonders weil die betroffenen Patienten solche Einbussen der Hirn leistung oft nicht wahrnehmen (Anosognosie) oder bagatellisieren. Analoge Überlegungen sind aber auch bei anderen Erkrankungen des ZNS, z.B. nach einem Schädel-Hirn-Trauma, angebracht. Damit die Funktion des ZNS erfasst werden kann, braucht es nicht nur eine Untersuchung von Hirnnerven, Motorik und Koordination, Reflexen sowie Sensibilität («somatischer Neurostatus»). Wir empfehlen stets auch eine Beurteilung von Bewusstsein, kognitiven Leistungen, Affekt und Verhalten. In der Akutwie in der Nachbehandlungsphase des Schlaganfalles spielt die Halbseitenlähmung ohne Zweifel eine wichtige Rolle. So hängt es z.B. von der Gehfähigkeit ab, ob jemand wieder in seine alte Wohnung zurückkehren kann oder nicht. Doch die kognitiven Stroke-Syndrome und -Symptome bilden sich nach unserer Erfahrung keineswegs parallel mit den somatischen Aus fällen zurück, und eine fach gerechte Neurorehabilitation wird durch nicht somatische Defizite deutlich erschwert. Persistierende kognitive Stroke-Syndrome und -Symptome können z.B. die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben – im Vergleich zum prämorbiden Niveau – schwer behindern. Ein häufiger Anlass zu Meinungsverschiedenheiten mit Patienten im Zusammenhang mit kognitiven Stroke-Syndromen und -Symptomen ist z.B. die divergierende Beurteilung der Fahreignung. Zum Verständnis von kognitiven Stroke-Syndromen und -Symptomen muss berücksichtigt werden, dass ein Schlaganfall mehrheitlich ältere Menschen trifft, d.h. Personen, deren Gehirn meist mit einer hohen kumulativen Dosis an vaskulären Risikofaktoren belastet worden ist, und Einleitung
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