Wiederherstellungschirurgie von Knochen- und Weichteilschäden: Zwischen Synthese und Innovation
Author(s) -
C Dumont,
Exner Gu
Publication year - 2008
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2008.06502
Subject(s) - political science
defekten ist der kombinierte gestielte Lappen eine gute Lösung [3]. Bei jungen Patienten mit grossen Weichteildefekten bleibt der freie Lappen dasStandardprocedere.NachvollständigemKnochen-Débridement, Auffüllen des Defektes mit antibiotikaimprägniertem Zementplatzhalter und Deckung mittels Muskellappen entsteht am Zement-Weichteil-Übergang eine Membran. Diese Membran enthält Zellen, die Wachstumsfaktoren wie bone morphogenetic protein-2 (BMP-2) und transforming growth factor ß-1 (TGF ß-1) produzieren [4, 5]. Nach mindestens sechs Wochen kann der Zementplatzhalter unter Belassung der induzierten Membran entfernt und der KnochendefektmitSpongiosaausdemBeckenkammüberbrückt werden (Beispiel 1). Dabei wird auch bei Knochendefekten von über 5 cm ein zuverlässiger Durchbau erzielt, ohne dass ein vaskularisiertes Knochentransplantat benötigt wird [6]. Die Entwicklung im Bereich der Wiederherstellungschirurgie hat auch die Notwendigkeit der Amputationen bei bösartigen Neubildungen des Knochens in den letzten 15 Jahren deutlich reduziert und den Weg für die extremitätenerhaltende Chirurgie geebnet [7]. Ein Knochentumor, wie das Osteosarkom, muss mitsamt umliegenden Weichteilen «en bloc» entfernt und im Fall eines gelenkerhaltenden Eingriffs muss der dadurch entstandene riesige Knochendefekt mittels freienmikrovaskularisiertenFibulatransfersgefüllt werden.DietransferierteFibulawirdsichaufgrund des wiederhergestellten Blutkreislaufs integrieren und die Eigenschaften des Knochens an der Defektstelle entwickeln. (Beispiel 2). Die extremitätenerhaltende Chirurgie ist leider nicht in allen Situationen möglich. Ist zum Beispiel der Nervus ischiadicus vom Tumor betroffen, muss eine Amputation der Extremität durchgeführt werden. Selbst in diesen Fällen gibt es Möglichkeiten der Wiederherstellungschirurgie, die Funktionalität nach Amputation zu verbessern. Ein freier Lappen mitsamt Fusssohle und Calcaneus kann zur Verlängerung und Verbesserung der Belastbarkeit des Stumpfes benutzt werden [8]. Die SensiDie Wiederherstellungschirurgie des Bewegungsapparates ist ein Grenzgebiet zwischen orthopädischer, plastischer, Gefässund peripherer Nervenchirurgie, mit dem Grundprinzip, die Extremität als gesamtes Organ zu behandeln. Die orthopädische Wiederherstellungschirurgie hat in den letzten 20 Jahren die funktionelle Prognose von komplexen Weichteilund Knochenbeeinträchtigungen der oberen und unteren Extremitäten deutlich verbessert. Nach einem schweren Unfall, bei Infekten oder bei Neubildung müssen manchmal Gefässe, Nerven, Muskeln, Haut und Knochen genäht, fixiert oder wiederhergestellt werden, um eine möglichst anatomische Rekonstruktion zu erreichen. Zum Beispiel bei einer tiefen Knocheninfektion nach einer Unterschenkelfraktur muss zuerst der infizierte oder nekrotische Knochen entfernt werden [1]. In einem zweiten Schritt wird die antibiotische Therapie umgestellt und der Defekt plastisch gedeckt. Die Wiederherstellung eines vitalen Weichteilmantels um den Knochen ist bei septischer Pseudoarthrose der sicherste Weg zum ossären Durchbau [2]. Je nach Grösse und Lokalisation des Defektes und Allgemeinzustand des Patienten kommen freie oder gestielte Lappen zum Einsatz. Bei älteren Patienten mit grossen WeichteilQuintessenz ( Die orthopädische Wiederherstellungschirurgie hat die funktionelle Prognose von komplexen Weichteilund Knochenbeeinträchtigungen an den Extremitäten verbessert.TechnikenausderorthopädischenundplastischenChirurgie sowieder Gefässchirurgie werden kombiniert, um innovative und individuell angepasste Lösungen zu finden. Damit können Weichteilund Knochendefekte nach einem schweren Unfall, bei Infekten oder bei Neubildung geheilt werden.
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