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Rhesusfaktor-Bestimmung des Fetus aus dem Blut der Schwangeren: nichtinvasive genetische Diagnostik mit Konsequenz für die Praxis?
Author(s) -
Olav Lapaire,
Irène Hösli,
Sevgi Tercanli,
Wolfgang Holzgreve
Publication year - 2008
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2008.06374
Subject(s) - gynecology , medicine
Dennis Lo und Mitarbeiter veröffentlichten 1997 die erste Arbeit, welche die erfolgreiche Extraktion von fetaler DNA aus dem maternalen Plasma und Serum beschreibt [3]. Sie konnten mit der Bestimmung des Y-Chromosoms männlicher Feten demonstrieren, dass fetale DNA im mütterlichen Blut in einer viel höheren Konzentration vorhanden ist als fetale Zellen. Mittels quantitativer Realtime Polymerase chain reaction (PCR) konnten hohe mittlere Konzentrationen an fetaler DNA (bis zu 6,2% der totalen DNA) in der frühen und späten Schwangerschaft nachgewiesen werden [4]. Weiterführende Arbeiten beschäftigten sich mit paternal vererbten Allelen. Das bekannteste Beispiel ist die pränatale Bestimmung des fetalen Rhesusstatus. Etwa 15% der kaukasischen Frauen sind in einer Schwangerschaft gefährdet, eine schwere intrauterine Anämie zu entwickeln, meist aufgrund einer Rhesusinkompatibilität. Analog der Amplifizierung spezifischer Sequenzen des Y-Chromosoms wird bei einer Rhesuskonstellation der fetale Rhesusstatus mittels zellfreier fetaler DNA-Proben bestimmt [5]. Aufgrund von unterschiedlichen Varianten des RHD-D-Genes ist eine sogenannte «Multiplex»-PCR notwendig, in welcher verschiedene Regionen des Rhesus-D-Genes amplifiziert werden. Eine Deletion des Rhesus-D-Gens ist die häufigste Form bei Rhesus-D-negativen Kaukasierinnen. Im Gegensatz dazu trägt z.B. die Mehrheit der Rhesus-D-negativen schwarzen Patientinnen ein Pseudogen (RHDy) oder ein (C)cdes-Allel. In beiden Allelen sind Rhesus-D-spezifische Sequenzen vorhanden. Aufgrund der Anwesenheit eines Stop-Codons (RHDy)oderdesErsatzesderRhesusD-spezifischen Sequenzen bei Rhesus-CE-spezifischen Sequenzen ([C]cdes) sind keine feststellbaren D-Epitope auf den Erythrozyten vorhanden. Diese Sonderformen müssen bei der MuliplexPCR mitberücksichtigt werden, um eine Sensitivität von >99% zu erreichen. Ebenso muss die Molekülgrösse fetaler DNS von <300 bp [6] beim Design der PCR einfliessen. Verschiedene Primer und Probes sind zur Zeit verfügbar (Tab. 1p) [7]. Schon in einer frühen Serie von nichtinvasiven Rhesus-Bestimmungen [8] konnten wir zeigen, dass die Spezifität dieser neuen Methode, an der über 15 Jahre gearbeitet wurde, die 100%-Marke erreicht hat. Damit ist die nichtinvasive Pränataldiagnostik aus mütterlichem Blut in der Praxis etabliert. Aufgrund der guten Reproduzierbarkeit Einführung

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