Prävention kardialer Komplikationen im Rahmen nichtherzchirurgischer Eingriffe
Author(s) -
Giovanna Lurati Buse,
MJ Zellweger,
D. Scheidegger,
MD Seeberger,
Miodrag Filipovic
Publication year - 2007
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2007.06216
Subject(s) - medicine , computer science
Nach chirurgischen Eingriffen gehören kardiale Ereignisse zu den wichtigsten Komplikationen überhaupt [1, 2]. Sie umfassen akute koronare Ereignisse bis hin zum Myokardinfarkt, eine (asymptomatische) Troponinfreisetzung, therapiebedürftige ventrikuläre Rhythmusstörungen und die symptomatische Herzinsuffizienz. Ihre Inzidenz reicht von knapp 2% bei nicht selektionierten über 50jährigen Patienten [3] bis zu mehr als 20% bei Diabetikern nach grösseren nichtherzchirurgischen Operationen [4]. Noch häufiger sind kardiale Komplikationen nach gefässchirurgischen Eingriffen; die Angaben zur Häufigkeit akuter Koronarsyndrome und ventrikulärer Rhythmusstörungen schwanken jedoch je nach Definition und Quelle zwischen 10% [5] und über 30% [6]. Tritt ein perioperativer Myokardinfarkt auf, muss von einem Mortalitätsrisiko von 15 bis 25% ausgegangen werden [7–9]. Kardiale Ereignisse gehören zu den wichtigsten perioperativen Komplikationen überhaupt und bestimmen die Morbidität und Mortalität nicht nur kurz-, sondern auch mittelbis langfristig [10–12]. Neben den gesundheitlichen Folgen für den einzelnen verursachen kardiale Komplikation auch erhebliche Zusatzkosten. In einer amerikanischen Studie wurden die pro perioperativen Myokardinfarkt zusätzlich anfallenden Kosten mit 9980 Dollar beziffert [13]. Die Prävention perioperativer kardialer Komplikationen spielt aus diesen Gründen eine zentrale Rolle. Strategien hierzu umfassen eine strukturierte Risikostratifizierung, eine daraus abgeleitete zielgerichtete Abklärung, eine optimale medikamentöse Behandlung und ein individualisiertes anästhesiologisches, chirurgisches und intensivmedizinisches Management. Die Abklärung und medikamentöse Behandlung kardialer Risikopatienten sollte idealerweise schon Wochen vor dem Eingriff beginnen. Ebenso sorgfältig müssen auch Begleiterkrankungen der anderen Organsysteme gesucht werden (besonders wichtig sind obstruktive oder restriktive Lungenkrankheiten, die Niereninsuffizienz, sowie metabolische und zerebrovaskuläre Erkrankungen). Von grosser Bedeutung ist auch die psychosoziale Situation des Patienten. Quintessenz
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