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Mangelernährung in Spitälern: Wann ist eine Ernährungstherapie von klinischem Nutzen?
Author(s) -
K Berneis
Publication year - 2007
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2007.06191
Subject(s) - medicine
Der Umstand, dass ungefähr 20–50% der hospitalisierten Patienten eine Mangelernährung oder ein erhöhtes Risiko für eine Mangelernährung aufweisen [1], ist vielen Ärzten und Herstellern von klinischen Ernährungsprodukten bestens bekannt. Solche Zahlen lassen jedoch weder einen Rückschluss auf die Ätiologie noch auf die Behandelbarkeit zu. Wissenschaftliche Daten zeigen, dass die Prävalenz für eine Mangelernährung bei Patienten mit einem Pankreaskarzinom bei >60% liegt [2]. Gerade bei diesen Patienten besteht bisher jedoch leider wenig Hoffnung, dass mit einer Ernährungstherapie das Grundleiden signifikant beeinflusst werden kann. Auch lassen solche Zahlen den Willen des Patienten selbst unberücksichtigt: Dieser steht aber bei jeder Ernährungstherapie an oberster Stelle. Undifferenzierte Zahlenspiele über den Ernährungsstatus hospitalisierter Patienten sind der Lösung des Problems nicht dienlich: Die Menschen und ihre Krankheiten sind viel zu heterogen. Letztlich liegt in diesen Zahlen auch die Gefahr von Manipulation, Missinterpretation und beschämenden Schlagzeilen. Mangelernährung in Spitälern ist ein ernstes Thema und verdient deshalb auch eine differenzierte Betrachtungsweise. Tatsache ist, dass in Spitälern Menschen mit den unterschiedlichsten Krankheiten hospitalisiert sind. Viele von diesen lösen einen katabolen Prozess aus, der mit einem erhöhten Bedarf einhergeht. Bei einigen Krankheiten oder Traumata und Operationen kann dieser medizinisch sinnvoll gedeckt werden, in anderen Fällen jedoch nicht. Im Idealfall lässt sich aber mit einer Verbesserung der Grundkrankheit zugleich eine deutliche Verbesserung des Ernährungszustandes erreichen. Dies hat die antiretrovirale Therapie bei HIV eindrücklich bewiesen. Der Begriff «wasting disease» hat dank der HAART (highly active antiretroviral therapy) stark an Bedeutung verloren, und vor der HAART durchgeführte Ernährungsstudien haben gezeigt, dass Ernährungsinterventionen allein nur eine sehr bescheidene Wirkung auf die Magermasse haben, jedoch das Überleben nicht beeinflussen (zusammengefasst bei Berneis/Utech [3]). Quintessenz

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