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Vogelgrippe und präpandemische Impfung: In einer fernen Zukunft ƒ
Author(s) -
C-A Siegrist
Publication year - 2007
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2007.06167
Subject(s) - political science
gen ... Unter den zahlreichen Instrumenten zur Eindämmung der Folgen einer Grippepandemie auf Gesundheitswesen, Gesellschaft und Wirtschaft ist nach einhelliger Ansicht der Experten keine Massnahme so wirkungsvoll wie eine – wenn auch unvollständige – Impfprävention. Voraussetzung ist aber, dass sie verfügbar ist, bevor die Epidemie innert weniger Wochen über die Schweiz hinwegfegt. Demzufolge muss man intervenieren können, sobald ein Pandemierisiko erkennbar ist, d.h. in der präpandemischen Phase (Phase 4–5). Die Experten sind sich darüber einig, dass alles vermutlich sehr schnell gehen würde, so dass für den Aufbau eines Impfschutzes vor der Virusexposition nur einige Wochen Zeit bliebe. Wenn also eine Pandemie droht, müsste in der Schweiz bereits ein gebrauchsfertiger Impfstoff zur Verfügung stehen, eben ein präpandemischer Impfstoff. Ist es möglich, einen Impfstoff herzustellen, der gegen einen noch nicht aufgetretenen Virusstamm schützt? Ja, vielleicht – dank der Fortschritte der modernen Vakzinologie. Die Vakzinologie verbindet unterschiedliche, aber konvergente Disziplinen miteinander. Aus der Molekularepidemiologie wissen wir, dass das Virus H5N1 die grösste Bedrohung für eine Pandemie ist. Gegen H2N2 ist die Bevölkerung mittlerweile weitgehend immunisiert, und die Viren H7 oder H9 sind weder hoch infektiös noch führen sie zu besonders schweren Erkrankungen. Die Molekularvirologie hat nachgewiesen, dass bei Viren selbst nach erheblichen Mutationen ein grosser Teil der Antigendeterminanten unverändert bleibt. Die moderne Immunologie wiederum hat Strategien erforscht, die es ermöglichen, einerseits den Impfschutz auf Antigene auszuweiten, die sich teilweise von den im Impfstoff enthaltenen Antigenen unterscheiden, und andererseits ein immunologisches Gedächtnis aufzubauen, das von Viren oder Impfstoffen mit leicht abweichenden Antigenen reaktiviert werden kann. Ziel einer präpandemischen Impfung ist somit, derzeit im Umlauf befindliche H5N1-Stämme zur Herstellung eines Impfstoffes zu nutzen. Dieser induziert die Bildung von Antikörpern und T-Lymphozyten, die in der Lage sind, vom Virenstamm des Impfstoffes abweichende H5N1Stämme zu neutralisieren. Kein einfaches Ziel, E D I T O R I A L Schweiz Med Forum 2007;7:340–341 340

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