Nein! Die klinische Autopsie darf nicht sterben!
Author(s) -
CY Genton
Publication year - 2007
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2007.06144
Subject(s) - philosophy , art
von Sinn und Nützlichkeit der Autopsie überzeugt sind, geführt werden, mit Vorteil in Anwesenheit der AssistentInnen? Das würde den jüngeren KollegInnen erlauben, in diesem Zusammenhang wichtige Erfahrungen zu sammeln! – Das Bedürfnis, genau zu wissen, woran ein nahestehendes Familienmitglied gestorben ist, kann sofort oder erst viel später zum Ausdruck kommen. Das erklärt, warum ein Pathologe gelegentlich telefonische Anfragen von Personen erhält, die gerne die genaue Todesursache eines Familienmitgliedes erfahren möchten, und dies nicht selten viele Jahre nach dem Ereignis. Meistens wissen sie nicht mehr, ob eine Obduktion stattgefunden hat oder nicht und sind im letzteren Fall dann frustriert, wenn keine Antwort auf ihre Frage mehr möglich ist. Viel seltener wird eine Autopsie ausdrücklich von den Familienangehörigen gewünscht. Hier die kurze Schilderung einer Situation, die mich sehr berührt hat: Eine etwa 68jährige Patientin mit einem malignen Lymphom wurde für eine mehrtägige Chemotherapie hospitalisiert. Unter der Therapie entwickelte sie epileptiforme Anfälle, und die Kliniker dachten an einen lymphomatösen Hirnbefall. Wenige Tage später starb die Patientin mit dieser Hauptdiagnose. Ihr Ehemann, ein einfacher Arbeiter, verlangte eine Autopsie, weil er unbedingt wissen wollte, woran «seine Marguerite» gestorben war. Bei der Autopsie war von einem Lymphom keine Spur mehr zu finden, weder im Gehirn noch sonstwo, hingegen liess sich eine schwere CMV-Enzephalitis nachweisen ...
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