Sind unsere Kinder zu molligen Bewegungsmuffeln «couch potatoes» geworden?
Author(s) -
Susi Kriemler,
Lukas Zahner,
Jardena J. Puder
Publication year - 2007
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2007.06130
Subject(s) - art
Die WHO hat die Adipositas als eine globale Epidemie erkannt [1]. Deren dramatischer Zuwachs in den zwei letzten Jahrzehnten wird vor allem auf Umgebungsfaktoren und Verhaltensänderungen zurückgeführt [2], welche mit einem Ungleichgewicht von Energiezufuhr und -verbrauch einhergehen. In der deutschen Schweiz betrug im Jahre 2002 die Zahl der übergewichtigen 6–12jährigen Kinder etwa 17–19% und die Zahl der adipösen Kinder 4% (International Obesity Taskforce bzw. IOTF-Perzentilen) [3]. In der Westschweiz waren 14% der 5–16jährigen Mädchen und 13,4% der 5–11,5jährigen bzw. 17,6% der 11,5–16jährigen Jungen übergewichtig (IOTF-Perzentilen) [4]. In unserem eigenen noch nicht publizierten Projekt, der Kinderund Jugendsportstudie KISS, fanden wir ähnliche Zahlen mit einem Total von etwa 20–25% übergewichtigen und adipösen Kindern (Perzentilen der 1. Zürcher Longitudinalstudie) bei 1.und 5.-Klässlern der Kantone Aargau und Baselland. Diese Begebenheit, dass ein Viertel bis Fünftel unserer Kinder zu dick sind, ist aus verschiedenen Gründen dramatisch: 1. Adipöse Kinder haben ein hohes Risiko, zu adipösen Erwachsenen heranzuwachsen [5]. 2. Selbst bei Kindern ist die Adipositas assoziiert mit Abnormalitäten des Blutdruckes, der Blutfette, einer erhöhten Insulinresistenz und der Entwicklung von Typ-2-Diabetes (eigentlich ja «Altersdiabetes») [5, 6]. 3. Dieses kardiovaskuläre Risiko bleibt erhöht, auch wenn aus übergewichtigen Adoleszenten normalgewichtige Erwachsene werden [7]. 4. Orthopädische Probleme können zu einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität führen und verschlimmern den Teufelskreis von Bewegungsarmut und Übergewicht [5, 6]. 5. Adipöse Kinder leiden oft psychologisch, weil sie gehänselt oder aus der Gruppe ausgeschlossen werden, was zu einem tiefen Selbstwertgefühl und/oder zu Angst und Depression führen kann [8]. Quintessenz
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